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Guayall ist eine [[:Kategorie:Stadt|Großstadt]] im Herzogtum de la Sabia der [[Region Granhojas]] auf der Isla de la Riqueza im [[Königreich Sorridia]]. Sie ist Verwaltungssitz der Markgrafschaft Costaluna und wird von einem Sohn des Erzherzogs regiert. Ihre Lage am [[Brunnen der letzten Mutter]] sowie die fortwährende politische Einflussnahme der de la Sabias haben Guayall zu einem vom Glauben an [[Deyn Cador]] geprägten Ort entwickelt, in dem die Menschen überwiegend durch Bergbau und die aus dem [[Nostrisches Meer|Nostrischen Meer]] entstehenden Tätigkeiten ihr Geld verdienen. Während des [[Sorridianischer Bürgerkrieg|Sorridianischen Bürgerkriegs]] stieg die Zahl der in der Stadt lebenden [[Sorridianer]] so schlagartig an, dass das städtische Wachstum bis heute mit den resultierenden Folgen beschäftigt ist.  
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Guayall ist eine [[:Kategorie:Stadt|Großstadt]] im Herzogtum de la Sabia der [[Region Granhojas]] auf der Isla de la Riqueza im [[Königreich Sorridia]]. Sie ist Verwaltungssitz der Markgrafschaft Sabia montanhas und wird von einem Sohn des Erzherzogs regiert. Ihre Lage am [[Brunnen der letzten Mutter]] sowie die fortwährende politische Einflussnahme der de la Sabias haben Guayall zu einem vom Glauben an [[Deyn Cador]] geprägten Ort entwickelt, in dem die Menschen überwiegend durch Bergbau und die aus dem [[Nostrisches Meer|Nostrischen Meer]] entstehenden Tätigkeiten ihr Geld verdienen. Während des [[Sorridianischer Bürgerkrieg|Sorridianischen Bürgerkriegs]] stieg die Zahl der in der Stadt lebenden [[Sorridianer]] so schlagartig an, dass das städtische Wachstum bis heute mit den resultierenden Folgen beschäftigt ist.  
  
 
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Die heutige Stadt entstand als geplante Siedlung der Familie de la Sabia im Jahre [[Chronologica|916 AD]]. Das damalige Familienoberhaupt wollte den bis dahin kaum erschlossenen östlichen Teil des Erzherzogtums stärken und benötigte hierzu einen weiteren Hafen, welcher von den südlichen Erzherzogtümern der Isla de la Riqueza auf ihrem Weg nach [[Caldagro]] angelaufen werden konnte. Da die meisten Routen zur Vermeidung von Stürmen, Seeräubern und [[Kalifat Al'bastra|kalifatischen]] Schiffen entlang der Küste der Insel führten, wurde der heutige Hafen einige Kilometer entfernt des Brunnens der Heiligen Mutter auserwählt. Diesen Wallfahrtsort in der Nähe zu wissen, bestätigte die sehr mit dem Glauben an [[Deyn Cador]] verbundene Familie in ihrer Entscheidung. Daneben unterstütze auch die [[Sorridianische Kirche]] die Ortswahl und begann mit dem Bau einer kleineren Kirche und Niederlassung von Ordensbrüdern zur Stärkung der Heiligen Stätte. Nach mehreren Jahren intensiven und kontrollierten Baus wurde Guayall bereits mit nur rund vierhundert Einwohnern ein Stadtrecht zugesprochen, was den weiteren Ausbau und das stetige Wachstum unterstützte.
  
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Guayall wurde schnell vor allem für ambitionierte Bergleute und Lehmbauern ein interessanter Lebensmittelpunkt. Die zeitgleiche Nähe beider Gewerke ließ zahlreiche größere Handelshäuser und Geschäftsmöglichkeiten entstehen, welche teilweise bis heute am Marktplatz anzutreffen sind. Der damit verbundene Geldfluss sowie die sich schnell herumsprechende Qualität der Lehmziegel aus Guayall sorgten für weiteres Wachstum. Eben dies gefiel aber besonders dem oft mit den de la Sabias konkurrierenden Haus Promovidad al Dios nicht. Über Jahrzehnte hinweg wurden neben offenkundigen Abwerbeversuchen durch Geld sowie Bestechungen zur Installation inkompetenter bis sabotierender Lokalherrscher und sogar Kirchenwürdenträger auch tendenziell eher verbotene Praktiken verfolgt. Besonders ein angeblicher und bis heute nicht näher geklärter Auftragsmord am in Guayall eingesetzten Sohn des Erzherzogs de la Sabia im Jahre 977 AD belastete die Beziehungen stark. Offiziell sei das Opfer bei der Begutachtung der Mine einem Konstruktionsfehler erlegen, der zum Einsturz eines Schachtes geführt habe. Mehrere übereinstimmende Aussagen konnten jedoch schnell belegen, dass es sich mitnichten nur um ein tragisches Unglück gehandelt haben muss. Erst das Einschreiten des Gottkaisers sowie die Erzwingung einer gemeinsamen Ehe zwischen den Promovidad al Dios und de la Sabia legte den Zwist bei. Das bei diesem [[Ehebund]] entstandene Ehepaar wurde naturgemäß als Herrscher von Guayall auf Lebenszeit eingesetzt. Unter Euclide de la Sabia und Vissa aus dem Hause Promovidad al Dios blühte die Stadt förmlich auf, indem vor allem die Begründung der Heiligen Sorridianischen Akademie der Gebirge als wissenschaftliche Forschungseinrichtung der [[Gesteinskunde]] gelang. Mit den hierzu vom Gottkaiser zur Verfügung gestellten finanziellen Mitteln konnte auch die Sorridianische Kirche erneut für einen weiteren Ausbau der städtischen Infrastruktur begeistert werden.
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Ab rund 1100 AD galt Guayall als tatsächliche Großstadt. Die Stadtgebiete wurden auf viele im Rahmen des eigenen Wachstums erst entstandenen Dörfer erweitert. Vor allem die lokalen Fischergemeinden wurden so inkorporiert und enger an die lokale Überwachung angebunden. Durch diese Maßnahme stiegen die Einnahmen der städtischen Kassen massiv an. Statt das Geld jedoch nur für den Wohlstand der Familie de la Sabia zu verprassen, wurden die vor Ort befindlichen Wirtschaftsbetriebe unterstützt. Durch gestiegene Löhne und mögliche Gewinnchancen gelockt, kehrten mehr Arbeiter in die Stadt ein. Die vermögenden Händler nutzten diese Möglichkeiten aus, um in einige Werftanlagen und weitere Bergbaubetriebe zu investieren, woraus die ersten heute im Bereich von Guayall Alto liegenden Unternehmungen entstanden. Das städtische Wachstum wurde durch die rund fünfzehn Jahre später deutlich zurückgefahrenen Investitionen der Herrscherfamilie zwar stark gebremst, aber nicht beendet. Langsam und stetig kletterte die Einwohnerzahl von Guayall in den Jahrhunderten auf über 30.000 Seelen.
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Mit dem Angriff des [[Remfur von Silvarsteed|Königs]] [[Kaiserliche Monarchie Tasperin|Tasperins]] auf Sorridia im Jahr 1337 AD entbrannte nicht nur ein brutaler, über mehrere Jahre währender Kampf, sondern auch ein [[Sorridianischer Bürgerkrieg|landesweiter Bürgerkrieg]]. Die Isla de la Riqueza und damit auch Guayall entging dem meisten Blutvergießen im Vergleich zur Region [[Caldagro]]. Nichtsdestotrotz kam es auch in Guayall zur Hinrichtung dutzender von der Bevölkerung des Verrats bezichtigter Individuen durch Selbstjustiz. Das Abbrennen mehrerer Arbeiterbarracken und der damit verbundene Tod von über einhundert Minenarbeitern hinterließ lange Zeit einen großen Hass auf Zuwanderer auf dem Norden der Nation. Der vermeintliche Täter, ein Geflohener aus Caldagro, entpuppte sich später als gänzlich unschuldig. Der eigentliche Verbrecher konnte erst Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges gefasst und vor einem Kriegstribunal des Todes verurteilt werden. In Guayall sorgte der große Brandmord jedoch für starke Unruhen. Besonders als ab dem Winter 1338 AD ganze Schiffe voller hungernder Flüchtlinge im Hafen der Stadt ankamen, wehrten sich die Einwohner gegen jede einzelne Person mehr in der Stadt. Erst wurden die Schiffe mit Ketten blockiert, dann wurde das Anlegen unmöglich gemacht und später wurden die Flüchtlingslager geplündert. Nicht einmal die Mitglieder der Sorridianischen Kirche vermochten zu schlichten oder eine akzeptable Lösung herbeizuführen. Erst durch das Einschreiten der Besatzung eines [[Sorridianische Marine|Sorridianischen Marineschiffes]] und der öffentlichkeitswirksamen Hinrichtung einiger Rädelsführer kehrte einigermaßen Ruhe in die Gassen Guayalls ein.
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Der Sorridianische Bürgerkrieg zeigte dennoch lange seine Spuren. Über viele Jahre war Guayall gezeichnet von Überbevölkerung, Obdachlosigkeit und Arbeitslosigkeit. Weit mehr als 20.000 Flüchtlinge aus Caldagro trafen auf die Bevölkerung der nur etwa eineinhalb mal so großen Stadt. Streitigkeiten um Ressourcen des bloßen Überlebens blieben lange an der Tagesordnung. Besonders die Sorridianische Kirche tat alles in ihrer Macht stehende, indem Wohnbarracken errichtet und dünne Suppen in riesigen Kesseln verteilt worden, um das Leid zumindest zu lindern. Die Zeit heilte, wie so oft, auch im Falle Guayalls viele Wunden. Nach dem Ende des Krieges versöhnten sich die einstigen Widersacher in der Stadt. Mancherorts wurden neue Familienbande geschlossen und die einst verschmähte Arbeitskraft wurde für das Wachstum und den Wiederaufbau Caldagros benötigt. Gerade der Stein aus den Minen sowie die qualitativen Ziegel stehen heute vermutlich in vielen Orten im Norden des Landes.
  
 
==Politik und Wirtschaft==
 
==Politik und Wirtschaft==
 
[[Datei:Guayall1.png|thumb|right|450px|Arbeit im Bergbau in Guayall Alto]]
 
[[Datei:Guayall1.png|thumb|right|450px|Arbeit im Bergbau in Guayall Alto]]
In der Region um Montebrillo, residiert nicht nur das Kaiserhaus selbst, sondern auch die Familie der de la Sabia, ein Erzherzogengeschlecht aus den Urzeiten des sorridianischen Gottkaisertums. Gemeinsam mit den de la Estradas aus Montebrillo gelten sie als mitunter strengste Ausleger des Glaubens an Deyn Cador und tolerieren keine Abweichungen. Allerdings halten die Erzherzöge in ihrem in zwei Markgrafschaften geteilten Erzherzogtum, denen jeweils ein Sohn des Erzherzogs persönlich vorsteht, ebenso wichtige Teile der sorridianischen Wirtschaft und des Militärs, überwiegend auch durch Montebrillo bedingt.
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Die Stadt gehört zum Erzherzogtum de la Sabia sowie der Markgrafschaft Sabia montanhas deren Hauptsitz sie ist. Die politische Führung hat [[Anreden und Titel|Visconte]] Malco de la Sabia, Sohn des Erzherzogs, inne. Er gilt als ambivalent wirtschaftlich und religiös orientiert, wodurch er durchaus einen bemerkenswerten Unterschied zum sonst durch ihren Glauben getriebenen Adelsgeschlecht aufweist. Neben einer sehr gemäßigten Steuerpolitik gegenüber der Bevölkerung führt er einen wesentlichen Teil der Einnahmen zum Erzherzog und Gottkönig ab. Der Sorridianischen Kirche überlässt er mitunter gänzlich freie Hand in der religiösen Führung und Strafverfolgung innerhalb seines Machtgebietes. Malco de la Sabia gilt daneben als Förderer der Gesteinskunde und durchaus begeisterter Wissenschaftler, der regelmäßig in der Heiligen Sorridianischen Akademie der Gebirge zugegen sein soll. Eben diese Forschungseinrichtung gilt als wichtigste Lehrstätte der ganzen Stadt. Hier arbeitende Bergleute und Gesteinsforscher gelten als Vorreiter auf ihren Gebieten und können sich durchaus selbstbewusst als Meister ihres jeweiligen Fachgebietes bezeichnen. Die Einteilung der Stollen sowie Bergabschnitte wurden seitens der Familie de la Sabia gänzlich an die Akademie übertragen. Der überwiegende Teil der Minenbesitzer versucht sich daher durch regelmäßige Spenden mit der Universität wohl zu stellen, um die ertragreichen bis vielversprechenden Berganteile bewirtschaften zu dürfen.
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Neben den für die Region üblichen Bergbaubetrieben gelten die Lehmbauern und Ziegelbrennereien als wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Sie stellen allerlei Steine und Baumaterialien her, die im ganzen [[Sprachen#Sorridianisch|sorridianischsprachigen]] Raum für den Bau von Gebäuden verwendet werden. Auch die im Bereich von Guayall Alto liegenden Arbeiter stellen Steinplatten sowie Quader aus dem Abraum her, der bei dem Abbau der gesuchten Metalle anfällt. Die so entstehenden Materialien werden in hohen Türmen außerhalb der kleinen Arbeitshäuser gelagert und zumeist mit Ochsenkarren an den Hafen getragen, wo sie per Schiff weitertransportiert werden. Metalle werden vom Gestein getrennt und möglichst gereinigt weiterverkauft. Guayall selbst verfügt über keine großen Schmieden oder Manufakturen, sondern dient vor allem als Rohstoffquelle. Im Hafen liegen die Transportschiffe und Fischer in langen Reihen nebeneinander. Neben dem Fang frischer Fische aus dem [[Nostrisches Meer|Nostrischen Meer]] existieren ebenso Muschelzuchten zur Gewinnung von [[Perlmutt]] oder auch Korallschleifer und -taucher. Dieses eher gefährliche Handwerk konzentriert sich darauf [[Ozeanschimmer]] und Korallen vom Meeresgrund zu sammeln. Diese werden anschließend als Dekorationsobjekt oder Schmuckstück weiterverarbeitet und kostspielig veräußert. Die in Guayall gelegenen Werften weisen zwar eine ordentliche Qualität auf, sind aber vor allem in der Reparatur von Schiffen und dem Bau von Fischerbooten geübt. Gerade im internationalen Vergleich finden sie nur selten überhaupt Erwähnung. Der in Guayall eingelegte Salzfisch wird jedoch immer beliebter, insbesondere nachdem in den 1350er AD-Jahren mehrere Salzgärten an den Strandabschnitten im westlichen Teil des Hafens eröffnet wurden. Das teilweise leicht pinke Salz soll besonders wohltuende Eigenschaften mitbringen und dem Fisch ein angenehmes Aroma verleihen.
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Die öffentliche Sicherheit wird durch eine eher kleine Bastion des [[Sorridianisches Heer|Sorridianischen Heeres]] in Zusammenarbeit mit der lokalen Stadtwache der de la Sabias gewährleistet. Über viele Wachtürme im Stadtgebiet verteilt sind entweder die Soldaten oder die Stadtwächter für die Gefahrenabwehr und -verfolgung zuständig, was zu massiven Unterschieden in der Wahrnehmung durch die Bürger führt. Während das Heer als sehr streng gilt und sich selten nachsichtig zeigt, gilt die Stadtwache als nahbar, freundlich und dann und wann bestechlich. Je nach Wohn- und Geschäftsort kann somit eine massive Differenz in der Behandlung nachvollzogen werden. Die [[Sorridianische Marine]] hat einige kleinere Schiffe im Hafen liegen, die den erweiterten Bereich um die Stadt schützen sollen.  
  
Heilige Sorridianische Akademie der Gebirge
 
 
==Gesellschaft und Kultur==
 
==Gesellschaft und Kultur==
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Guayall verfügt über eine große Arbeiterschicht, die von einer kleinen Gruppierung aus Adligen und Mitgliedern des Klerus regiert wird. Ergänzt werden sie von einigen ausgewählten und äußerst wohlhabenden Händlerfamilien, denen der Großteil der städtischen Betriebe gehört. Sie sind oft über die Jahrhunderte miteinander verwachsen und verwoben, sodass neben starken Abhängigkeiten in den Warenflüssen auch eindeutige Zuordnungen der Gebiete und Einflussmöglichkeiten bestehen. Die Arbeiter können sich daher auch nur bedingt eines besseren Lebensstandards verdient machen, da ihnen entweder das System des [[Sklaverei#Saliavit.C3.B9_-_Sorridias_Lohnsklaverei|Saliavitù]] oder spätestens die vetternwirtschaftlich abgesprochenen Arbeitsmöglichkeiten einen Strich durch die Rechnung machen. Ohnehin dominiert die harte, körperliche Arbeit in Guayall, die nur mit wenigen weltlichen Freuden an den bedeutenden [[Feiertage_der_Sorridianischen_Kirche|Feiertagen]] oder den starken [[Alkoholica|Weinresten]] am Abend erträglicher gemacht wird. Gerade die Perlentaucher und Bergarbeiter sind konstanten Gefahren ausgesetzt. Arbeitsunfälle und gar der Tod sind ein vorhandenes Risiko, das zumeist ohne Mehrvergütung akzeptiert werden muss. Die Sorridianische Kirche versucht mithilfe ihrer Messen den Menschen seelischen Beistand zu leisten. Hierzu werden täglich Beichten abgenommen und Essensrationen verteilt, die die durchaus grassierende Armut etwas eindämmen.
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Ohnehin scheint die [[Religion]] einen großen Stellenwert im individuellen Leben der meisten Familien zu haben. Hausschreine und Deynsymbole am Körper sind nur einige Äußerungen dieses innigen Glaubens an Deyn Cador. Das innige Einhalten des [[Ehebund|Ehebunds]] oder die genaue Regulierung eines Todesfalls nach den [[Bestattung|Bestattungsriten]] sind für die Menschen von elementarem Wert. Das dabei vorhandene sorridianische Feuer im Blut wird spätestens bei den Kirchengesängen oder dem gemeinsamen Beschimpfen der [[Silvanische Kirche|Silvanischen Kirche]] deutlich. Ohnehin sollen die Bewohner von Guayall als durchaus laut, direkt und stellenweise sogar ungehobelt gelten. Sie tun gern ihre Meinung Kund, lautstark und mit äußerstem Nachdruck. Ihre eigenen Interessen würden viele der Bewohner auch zum Nachteil anderer Menschen durchsetzen. Wenn es jedoch um die eigene Familie geht, werden die sich selbst Guayallas nennenden Einwohner der Stadt deutlich nachsichtiger. Der Status der Familie hat ohnehin einen hohen Stellenwert. Der eigene Name soll mit großem Stolz getragen und möglichst nicht in Verruf gebracht werden, da sonst die Gefahr besteht, dass die Zukunft der eigenen Kinder womöglich gefährdet würde. Auch aus diesem Grund ist die regelmäßige Beichte eine wichtige Tat zur Bereinigung möglicher Verfehlungen. Üppige Spenden an die Diener der Kirche runden das Leben des Glaubens ab, selbst wenn der Geldbeutel mehr Leere als Fülle aufweist.
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Als regionale Besonderheit gilt eine Vorliebe für das Trinken vergorener Traubenreste, die bei der Weinlese entstehen. Der hierausgebrannte Schnaps wird vor allem von den Bergarbeitern bei ihrer kräftezehrenden Arbeit getrunken oder gerne für das Anstoßen am Abend herangezogen. Die [[Speisen|Küche]] gilt als eher einfach und deftig. Besonders fettige Speisen werden an den Tresen und am zentralen Marktplatz aufgestellten Tischen der Straßenküchen serviert. In Öl ausgebackene Teigbällchen mit Fleischfüllung werden in einer sämigen Rinderbrühe zu Brot gereicht und meist in einer großen Metallschüssel in der ganzen Familie geteilt. In den äußeren Bezirken wird zwar zumeist nur das übrige Tierfett in Öl ausgebacken, doch auch derartige Kreationen füllen den Magen der Straßenarbeiter. Das Vorweisen des eigenen Status auf der Straße spielt auch im Bereich der eigenen Kleidung eine größere Rolle. Guayallas versuchen nach außen hin pompöser zu wirken, als sie es sich eigentlich leisten können. Mit raffinierten Methoden wissen sie dabei ihre Kleidung aufzuarbeiten, um den Anschein von Wohlstand (oder zumindest ausreichenden Geldmengen) zu bewirken. Selbst wenn sie am Abend hungern müssten, entscheiden sich viele lieber dafür diesen Schein zu wahren. Dieses Verhalten steht dabei in starkem Kontrast zu den in die Stadt kommenden Pilgern für den [[Brunnen der letzten Mutter]]. Dieser Sehnsuchtsort von Familien und vor allem Frauen ist von meist deutlich sichtbarer Armut gekennzeichnet. Viele Menschen spenden ihr letztes Hab und Gut, um ihre Hoffnung im Brunnen zu suchen und endlich das ersehnte Glück zu erreichen. Die Sorridianische Kirche vermag dabei kaum sich um alle Pilgernden zu kümmern, sodass diese sich meist wochenlang in der Stadt mit undankbaren Gelegenheitsarbeiten ihre Rückreise erarbeiten müssen.
  
 
[[Kategorie:Stadt]][[Kategorie:Herkunft]][[Kategorie:Königreich Sorridia]]
 
[[Kategorie:Stadt]][[Kategorie:Herkunft]][[Kategorie:Königreich Sorridia]]

Aktuelle Version vom 27. März 2026, 00:34 Uhr

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Guayall
WappenGuayall.png
Name Guayall
Bewohner 57.100 Einwohner
Regentschaft Malco de la Sabia
Garnisonen Sorridianisches Heer, Stadtwache
Tempel Sorridianische Kirche
Wirtschaft Bergbau und Fischfang
Besonderheiten Brunnen der letzten Mutter
Stimmung Ehrlich zum Glauben


Guayall ist eine Großstadt im Herzogtum de la Sabia der Region Granhojas auf der Isla de la Riqueza im Königreich Sorridia. Sie ist Verwaltungssitz der Markgrafschaft Sabia montanhas und wird von einem Sohn des Erzherzogs regiert. Ihre Lage am Brunnen der letzten Mutter sowie die fortwährende politische Einflussnahme der de la Sabias haben Guayall zu einem vom Glauben an Deyn Cador geprägten Ort entwickelt, in dem die Menschen überwiegend durch Bergbau und die aus dem Nostrischen Meer entstehenden Tätigkeiten ihr Geld verdienen. Während des Sorridianischen Bürgerkriegs stieg die Zahl der in der Stadt lebenden Sorridianer so schlagartig an, dass das städtische Wachstum bis heute mit den resultierenden Folgen beschäftigt ist.

Geographie

Ausblick über das Umland

Die weit auslaufende Stadt Guayall befindet sich im Nordosten der Isla de la Riqueza und damit der Region Granhojas des Königreich Sorridia. Im Westen der Stadt befinden sich die von Bergwerken und der Heiligen Sorridianischen Akademie der Gebirge bewirtschafteten Ausläufer des Granhojas-Massivs. Mit ihren bis zu vierhundert Meter hohen Gipfeln thronen die Berge hoch über den Stadtteilen, die im Flachland um die Füße des Gesteins erbaut worden sind. Nach Norden hin befinden sich kleinere Pinien- und Laubwälder, welche zeitweise bewirtschaftet worden sind, heute aber vor allem als Jagdwälder der herrschenden Schicht gelten. In den Osten erstreckt sich weites Flachland mit wenig nutzbaren, äußerst lehmigen Böden. Diese werden bis heute als Ort der Materialgewinnung verwendet. Mit den umliegenden Ziegelbrennereien entstehen grobe Mengen Baumaterial, die auch über die Region hinaus verkauft werden. Der Hafen sowie der Strandbereich von Guayall liegen im Süden der Stadt. Befestigte Piers und eine steinerne Hafenkante schließen direkt an Sandstrände an, die als Naherholungsgebiet bzw. Landungszone für kleine Schiffe und die Fischer dienen. Zahlreiche Fischerdörfer in diesem Gebiet wurden bereits offiziell in das Stadtgebiet aufgenommen und dienen der Lebensmittelversorgung.

Die westlichen Stadtteile werden vor allem von der Sorridianischen Kirche und ihren Institutionen genutzt. Neben einigen großen Kirchengebäuden befinden sich hier auch die Heilige Stätte des Brunnens der Heiligen Mutter. Direkt an die aus dem naheliegend gewonnen Basalt gebauten Gebäude befinden sich die Einrichtungen der lokalen Universitäten sowie der Stadtverwaltung in einem mittlerweile in die Jahre gekommenen und von Efeu überwucherten (ehemaligen) Prachtbau. Die Stadt überblickend ist zudem ein Kloster des Florentinerordens sichtbar.

Im Zentrum der Stadt liegt ein fünfeckiger Marktplatz, an welchem ganztägig Waren verkauft werden. Kleine Schenken, die meist nur aus beweglichen Schankwagen betrieben werden, bieten der Bevölkerung eine Möglichkeit für Speis und Trank. Rings um den Marktplatz sind größere Kauf- und Warenhäuser der wohlhabenden Oberschicht entstanden, die hier gehobene Waren feilbieten sowie ihre Geschäftsabschlüsse tätigen. Ein eigens ausgewiesener Platz dient Fuhrmännern als Umschlagplatz. Schon seit Jahrzehnten werden hier auch traditionell die Verkaufsgeschäfte von Pferden und Eseln abgeschlossen, die sogleich im Gespann getestet werden können. Hinter den hübschen, oft mit Glasscheiben, tönernen Dachpfannen und hohen Wänden ausgestatteten Kaufmannshäusern verliert Guayall gänzlich seine Struktur. Die meisten Gebäude wurden wahllos und während der Wachstumsphasen des Ortes ohne jegliche Genehmigungen oder Planungen dorthin gebaut, wo gerade genug Platz war. Enge Gassen zwischen den Ziegelgebäuden mit ihren Holzschindeln prägen daher das einzigartige Stadtbild. Stellenweise blühen Pflanzen aus den Hauswänden oder selbstgebaute Läden aus Verschlägen offerieren Waren, die es am großen Marktplatz nur zu sehr überhöhten Preisen gibt. Weitgehend passen keine Karren durch die Straßen, welche meist nur mit groben Holzplatten oder Steinsplittern aus dem Bergbau gepflastert sind. Je weiter man in die äußeren Bezirke Guayalls gelangt, desto mehr öffnen sich diese Gassen. Nach außen hin hat die Stadt weder eine Mauer noch markante Verteidigungseinrichtungen. Lediglich steinerne Wachtürme an, aus Sicht des Sorridianischen Heeres strategischen Punkten, bieten eine Möglichkeit der Überwachung.

Das Thermometer zeigt in den Sommermonaten oft eine Temperatur über dreißig Grad bei einer abwechselnd erfrischenden Meeres- oder Gebirgsbrise an. Solange die Sonne in Guayall herabstrahlt, ist es in der Stadt reichlich angenehm, selbst an den heißesten Tagen des Jahres. Im Herbst treffen die Stürme vom Meer auf das Gebirge und regnen sich direkt über der Stadt ab. Besonders in den engen Gassen oder unzureichend abgedichteten Kellern steht dann das Wasser bis zu den Knöcheln. Der stetige Wind bleibt erhalten und sorgt schon bei den sinkenden Temperaturen von um die fünfzehn Grad für eine spürbare Frische. Die Winter halten sich meist bei einer Temperatur von fünf Grad bis zur Gefriertemperatur, Schnee ist eine Seltenheit. Liegt er jedoch einmal in einem besonders kalten Jahr, dann hält der Frost ihn oft über Wochen. Besonders durch die eher geringe Anzahl an Kaminen und Öfen der meisten Wohnhäuser sowie den mangelnden Platz in der Stadt mehren sich die Erfrierungen und Leiden der Bewohner. Mit dem Beginn des Frühlings im März taut die Stadt in aller Regel merklich wieder auf. Die Wärme weckt die Menschen und lässt sie wieder aus ihren Häusern kommen, besonders wenn das Thermometer wieder auf über zwanzig Grad klettert. Der Regen setzt im Frühling meist über Wochen auf, sodass die Bewohner ihre Pflanzen und die städtischen Bäume für deren Erhalt gießen müssen. Gerade dies tun viele Einwohner jedoch gern, um ihre grünen Hauswände und zwischen den engen Straßen gewachsenen Zypressen zu schützen. Tiere sieht man abseits der Nutztiere recht selten in der Stadt. Gelegentlich huscht zwar Ungeziefer und vor allem das ein oder andere Nagetier in den Gassen Guayalls umher, doch kümmern sich die gefräßigen Straßenkatzen schnell um derartige Probleme. Im Hafenbereich wimmelt es dagegen nur so von Möwen in der Luft, die den Fischverkäufern und Fischern ihre Waren streitig machen wollen.

Für die im Westen der Stadt in den Fels getriebenen Bergwerke bestehen eigene Straßen, die die schwerbeladenen Fuhrwerke aus der Stadt steuern. Erst vor den Stadtgrenzen werden die Gesteine gebrochen und in metallische Bestandteile sowie Baustoffe getrennt. Die in diesem Bereich errichteten und dicht nebeneinanderstehenden Bergbaubetriebe haben zur Gründung neuer Stadtviertel beigetragen, die sich rein um diese Gewerbe errichtet haben. Dieser Bereich der Stadt wird als Guayall Alto (Tasperin für Ober-Guayall) bezeichnet.

Geschichte

Bettler während des Sorridianischen Bürgerkriegs

Die heutige Stadt entstand als geplante Siedlung der Familie de la Sabia im Jahre 916 AD. Das damalige Familienoberhaupt wollte den bis dahin kaum erschlossenen östlichen Teil des Erzherzogtums stärken und benötigte hierzu einen weiteren Hafen, welcher von den südlichen Erzherzogtümern der Isla de la Riqueza auf ihrem Weg nach Caldagro angelaufen werden konnte. Da die meisten Routen zur Vermeidung von Stürmen, Seeräubern und kalifatischen Schiffen entlang der Küste der Insel führten, wurde der heutige Hafen einige Kilometer entfernt des Brunnens der Heiligen Mutter auserwählt. Diesen Wallfahrtsort in der Nähe zu wissen, bestätigte die sehr mit dem Glauben an Deyn Cador verbundene Familie in ihrer Entscheidung. Daneben unterstütze auch die Sorridianische Kirche die Ortswahl und begann mit dem Bau einer kleineren Kirche und Niederlassung von Ordensbrüdern zur Stärkung der Heiligen Stätte. Nach mehreren Jahren intensiven und kontrollierten Baus wurde Guayall bereits mit nur rund vierhundert Einwohnern ein Stadtrecht zugesprochen, was den weiteren Ausbau und das stetige Wachstum unterstützte.

Guayall wurde schnell vor allem für ambitionierte Bergleute und Lehmbauern ein interessanter Lebensmittelpunkt. Die zeitgleiche Nähe beider Gewerke ließ zahlreiche größere Handelshäuser und Geschäftsmöglichkeiten entstehen, welche teilweise bis heute am Marktplatz anzutreffen sind. Der damit verbundene Geldfluss sowie die sich schnell herumsprechende Qualität der Lehmziegel aus Guayall sorgten für weiteres Wachstum. Eben dies gefiel aber besonders dem oft mit den de la Sabias konkurrierenden Haus Promovidad al Dios nicht. Über Jahrzehnte hinweg wurden neben offenkundigen Abwerbeversuchen durch Geld sowie Bestechungen zur Installation inkompetenter bis sabotierender Lokalherrscher und sogar Kirchenwürdenträger auch tendenziell eher verbotene Praktiken verfolgt. Besonders ein angeblicher und bis heute nicht näher geklärter Auftragsmord am in Guayall eingesetzten Sohn des Erzherzogs de la Sabia im Jahre 977 AD belastete die Beziehungen stark. Offiziell sei das Opfer bei der Begutachtung der Mine einem Konstruktionsfehler erlegen, der zum Einsturz eines Schachtes geführt habe. Mehrere übereinstimmende Aussagen konnten jedoch schnell belegen, dass es sich mitnichten nur um ein tragisches Unglück gehandelt haben muss. Erst das Einschreiten des Gottkaisers sowie die Erzwingung einer gemeinsamen Ehe zwischen den Promovidad al Dios und de la Sabia legte den Zwist bei. Das bei diesem Ehebund entstandene Ehepaar wurde naturgemäß als Herrscher von Guayall auf Lebenszeit eingesetzt. Unter Euclide de la Sabia und Vissa aus dem Hause Promovidad al Dios blühte die Stadt förmlich auf, indem vor allem die Begründung der Heiligen Sorridianischen Akademie der Gebirge als wissenschaftliche Forschungseinrichtung der Gesteinskunde gelang. Mit den hierzu vom Gottkaiser zur Verfügung gestellten finanziellen Mitteln konnte auch die Sorridianische Kirche erneut für einen weiteren Ausbau der städtischen Infrastruktur begeistert werden.

Ab rund 1100 AD galt Guayall als tatsächliche Großstadt. Die Stadtgebiete wurden auf viele im Rahmen des eigenen Wachstums erst entstandenen Dörfer erweitert. Vor allem die lokalen Fischergemeinden wurden so inkorporiert und enger an die lokale Überwachung angebunden. Durch diese Maßnahme stiegen die Einnahmen der städtischen Kassen massiv an. Statt das Geld jedoch nur für den Wohlstand der Familie de la Sabia zu verprassen, wurden die vor Ort befindlichen Wirtschaftsbetriebe unterstützt. Durch gestiegene Löhne und mögliche Gewinnchancen gelockt, kehrten mehr Arbeiter in die Stadt ein. Die vermögenden Händler nutzten diese Möglichkeiten aus, um in einige Werftanlagen und weitere Bergbaubetriebe zu investieren, woraus die ersten heute im Bereich von Guayall Alto liegenden Unternehmungen entstanden. Das städtische Wachstum wurde durch die rund fünfzehn Jahre später deutlich zurückgefahrenen Investitionen der Herrscherfamilie zwar stark gebremst, aber nicht beendet. Langsam und stetig kletterte die Einwohnerzahl von Guayall in den Jahrhunderten auf über 30.000 Seelen.

Mit dem Angriff des Königs Tasperins auf Sorridia im Jahr 1337 AD entbrannte nicht nur ein brutaler, über mehrere Jahre währender Kampf, sondern auch ein landesweiter Bürgerkrieg. Die Isla de la Riqueza und damit auch Guayall entging dem meisten Blutvergießen im Vergleich zur Region Caldagro. Nichtsdestotrotz kam es auch in Guayall zur Hinrichtung dutzender von der Bevölkerung des Verrats bezichtigter Individuen durch Selbstjustiz. Das Abbrennen mehrerer Arbeiterbarracken und der damit verbundene Tod von über einhundert Minenarbeitern hinterließ lange Zeit einen großen Hass auf Zuwanderer auf dem Norden der Nation. Der vermeintliche Täter, ein Geflohener aus Caldagro, entpuppte sich später als gänzlich unschuldig. Der eigentliche Verbrecher konnte erst Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges gefasst und vor einem Kriegstribunal des Todes verurteilt werden. In Guayall sorgte der große Brandmord jedoch für starke Unruhen. Besonders als ab dem Winter 1338 AD ganze Schiffe voller hungernder Flüchtlinge im Hafen der Stadt ankamen, wehrten sich die Einwohner gegen jede einzelne Person mehr in der Stadt. Erst wurden die Schiffe mit Ketten blockiert, dann wurde das Anlegen unmöglich gemacht und später wurden die Flüchtlingslager geplündert. Nicht einmal die Mitglieder der Sorridianischen Kirche vermochten zu schlichten oder eine akzeptable Lösung herbeizuführen. Erst durch das Einschreiten der Besatzung eines Sorridianischen Marineschiffes und der öffentlichkeitswirksamen Hinrichtung einiger Rädelsführer kehrte einigermaßen Ruhe in die Gassen Guayalls ein.

Der Sorridianische Bürgerkrieg zeigte dennoch lange seine Spuren. Über viele Jahre war Guayall gezeichnet von Überbevölkerung, Obdachlosigkeit und Arbeitslosigkeit. Weit mehr als 20.000 Flüchtlinge aus Caldagro trafen auf die Bevölkerung der nur etwa eineinhalb mal so großen Stadt. Streitigkeiten um Ressourcen des bloßen Überlebens blieben lange an der Tagesordnung. Besonders die Sorridianische Kirche tat alles in ihrer Macht stehende, indem Wohnbarracken errichtet und dünne Suppen in riesigen Kesseln verteilt worden, um das Leid zumindest zu lindern. Die Zeit heilte, wie so oft, auch im Falle Guayalls viele Wunden. Nach dem Ende des Krieges versöhnten sich die einstigen Widersacher in der Stadt. Mancherorts wurden neue Familienbande geschlossen und die einst verschmähte Arbeitskraft wurde für das Wachstum und den Wiederaufbau Caldagros benötigt. Gerade der Stein aus den Minen sowie die qualitativen Ziegel stehen heute vermutlich in vielen Orten im Norden des Landes.

Politik und Wirtschaft

Arbeit im Bergbau in Guayall Alto

Die Stadt gehört zum Erzherzogtum de la Sabia sowie der Markgrafschaft Sabia montanhas deren Hauptsitz sie ist. Die politische Führung hat Visconte Malco de la Sabia, Sohn des Erzherzogs, inne. Er gilt als ambivalent wirtschaftlich und religiös orientiert, wodurch er durchaus einen bemerkenswerten Unterschied zum sonst durch ihren Glauben getriebenen Adelsgeschlecht aufweist. Neben einer sehr gemäßigten Steuerpolitik gegenüber der Bevölkerung führt er einen wesentlichen Teil der Einnahmen zum Erzherzog und Gottkönig ab. Der Sorridianischen Kirche überlässt er mitunter gänzlich freie Hand in der religiösen Führung und Strafverfolgung innerhalb seines Machtgebietes. Malco de la Sabia gilt daneben als Förderer der Gesteinskunde und durchaus begeisterter Wissenschaftler, der regelmäßig in der Heiligen Sorridianischen Akademie der Gebirge zugegen sein soll. Eben diese Forschungseinrichtung gilt als wichtigste Lehrstätte der ganzen Stadt. Hier arbeitende Bergleute und Gesteinsforscher gelten als Vorreiter auf ihren Gebieten und können sich durchaus selbstbewusst als Meister ihres jeweiligen Fachgebietes bezeichnen. Die Einteilung der Stollen sowie Bergabschnitte wurden seitens der Familie de la Sabia gänzlich an die Akademie übertragen. Der überwiegende Teil der Minenbesitzer versucht sich daher durch regelmäßige Spenden mit der Universität wohl zu stellen, um die ertragreichen bis vielversprechenden Berganteile bewirtschaften zu dürfen.

Neben den für die Region üblichen Bergbaubetrieben gelten die Lehmbauern und Ziegelbrennereien als wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Sie stellen allerlei Steine und Baumaterialien her, die im ganzen sorridianischsprachigen Raum für den Bau von Gebäuden verwendet werden. Auch die im Bereich von Guayall Alto liegenden Arbeiter stellen Steinplatten sowie Quader aus dem Abraum her, der bei dem Abbau der gesuchten Metalle anfällt. Die so entstehenden Materialien werden in hohen Türmen außerhalb der kleinen Arbeitshäuser gelagert und zumeist mit Ochsenkarren an den Hafen getragen, wo sie per Schiff weitertransportiert werden. Metalle werden vom Gestein getrennt und möglichst gereinigt weiterverkauft. Guayall selbst verfügt über keine großen Schmieden oder Manufakturen, sondern dient vor allem als Rohstoffquelle. Im Hafen liegen die Transportschiffe und Fischer in langen Reihen nebeneinander. Neben dem Fang frischer Fische aus dem Nostrischen Meer existieren ebenso Muschelzuchten zur Gewinnung von Perlmutt oder auch Korallschleifer und -taucher. Dieses eher gefährliche Handwerk konzentriert sich darauf Ozeanschimmer und Korallen vom Meeresgrund zu sammeln. Diese werden anschließend als Dekorationsobjekt oder Schmuckstück weiterverarbeitet und kostspielig veräußert. Die in Guayall gelegenen Werften weisen zwar eine ordentliche Qualität auf, sind aber vor allem in der Reparatur von Schiffen und dem Bau von Fischerbooten geübt. Gerade im internationalen Vergleich finden sie nur selten überhaupt Erwähnung. Der in Guayall eingelegte Salzfisch wird jedoch immer beliebter, insbesondere nachdem in den 1350er AD-Jahren mehrere Salzgärten an den Strandabschnitten im westlichen Teil des Hafens eröffnet wurden. Das teilweise leicht pinke Salz soll besonders wohltuende Eigenschaften mitbringen und dem Fisch ein angenehmes Aroma verleihen.

Die öffentliche Sicherheit wird durch eine eher kleine Bastion des Sorridianischen Heeres in Zusammenarbeit mit der lokalen Stadtwache der de la Sabias gewährleistet. Über viele Wachtürme im Stadtgebiet verteilt sind entweder die Soldaten oder die Stadtwächter für die Gefahrenabwehr und -verfolgung zuständig, was zu massiven Unterschieden in der Wahrnehmung durch die Bürger führt. Während das Heer als sehr streng gilt und sich selten nachsichtig zeigt, gilt die Stadtwache als nahbar, freundlich und dann und wann bestechlich. Je nach Wohn- und Geschäftsort kann somit eine massive Differenz in der Behandlung nachvollzogen werden. Die Sorridianische Marine hat einige kleinere Schiffe im Hafen liegen, die den erweiterten Bereich um die Stadt schützen sollen.

Gesellschaft und Kultur

Guayall verfügt über eine große Arbeiterschicht, die von einer kleinen Gruppierung aus Adligen und Mitgliedern des Klerus regiert wird. Ergänzt werden sie von einigen ausgewählten und äußerst wohlhabenden Händlerfamilien, denen der Großteil der städtischen Betriebe gehört. Sie sind oft über die Jahrhunderte miteinander verwachsen und verwoben, sodass neben starken Abhängigkeiten in den Warenflüssen auch eindeutige Zuordnungen der Gebiete und Einflussmöglichkeiten bestehen. Die Arbeiter können sich daher auch nur bedingt eines besseren Lebensstandards verdient machen, da ihnen entweder das System des Saliavitù oder spätestens die vetternwirtschaftlich abgesprochenen Arbeitsmöglichkeiten einen Strich durch die Rechnung machen. Ohnehin dominiert die harte, körperliche Arbeit in Guayall, die nur mit wenigen weltlichen Freuden an den bedeutenden Feiertagen oder den starken Weinresten am Abend erträglicher gemacht wird. Gerade die Perlentaucher und Bergarbeiter sind konstanten Gefahren ausgesetzt. Arbeitsunfälle und gar der Tod sind ein vorhandenes Risiko, das zumeist ohne Mehrvergütung akzeptiert werden muss. Die Sorridianische Kirche versucht mithilfe ihrer Messen den Menschen seelischen Beistand zu leisten. Hierzu werden täglich Beichten abgenommen und Essensrationen verteilt, die die durchaus grassierende Armut etwas eindämmen.

Ohnehin scheint die Religion einen großen Stellenwert im individuellen Leben der meisten Familien zu haben. Hausschreine und Deynsymbole am Körper sind nur einige Äußerungen dieses innigen Glaubens an Deyn Cador. Das innige Einhalten des Ehebunds oder die genaue Regulierung eines Todesfalls nach den Bestattungsriten sind für die Menschen von elementarem Wert. Das dabei vorhandene sorridianische Feuer im Blut wird spätestens bei den Kirchengesängen oder dem gemeinsamen Beschimpfen der Silvanischen Kirche deutlich. Ohnehin sollen die Bewohner von Guayall als durchaus laut, direkt und stellenweise sogar ungehobelt gelten. Sie tun gern ihre Meinung Kund, lautstark und mit äußerstem Nachdruck. Ihre eigenen Interessen würden viele der Bewohner auch zum Nachteil anderer Menschen durchsetzen. Wenn es jedoch um die eigene Familie geht, werden die sich selbst Guayallas nennenden Einwohner der Stadt deutlich nachsichtiger. Der Status der Familie hat ohnehin einen hohen Stellenwert. Der eigene Name soll mit großem Stolz getragen und möglichst nicht in Verruf gebracht werden, da sonst die Gefahr besteht, dass die Zukunft der eigenen Kinder womöglich gefährdet würde. Auch aus diesem Grund ist die regelmäßige Beichte eine wichtige Tat zur Bereinigung möglicher Verfehlungen. Üppige Spenden an die Diener der Kirche runden das Leben des Glaubens ab, selbst wenn der Geldbeutel mehr Leere als Fülle aufweist.

Als regionale Besonderheit gilt eine Vorliebe für das Trinken vergorener Traubenreste, die bei der Weinlese entstehen. Der hierausgebrannte Schnaps wird vor allem von den Bergarbeitern bei ihrer kräftezehrenden Arbeit getrunken oder gerne für das Anstoßen am Abend herangezogen. Die Küche gilt als eher einfach und deftig. Besonders fettige Speisen werden an den Tresen und am zentralen Marktplatz aufgestellten Tischen der Straßenküchen serviert. In Öl ausgebackene Teigbällchen mit Fleischfüllung werden in einer sämigen Rinderbrühe zu Brot gereicht und meist in einer großen Metallschüssel in der ganzen Familie geteilt. In den äußeren Bezirken wird zwar zumeist nur das übrige Tierfett in Öl ausgebacken, doch auch derartige Kreationen füllen den Magen der Straßenarbeiter. Das Vorweisen des eigenen Status auf der Straße spielt auch im Bereich der eigenen Kleidung eine größere Rolle. Guayallas versuchen nach außen hin pompöser zu wirken, als sie es sich eigentlich leisten können. Mit raffinierten Methoden wissen sie dabei ihre Kleidung aufzuarbeiten, um den Anschein von Wohlstand (oder zumindest ausreichenden Geldmengen) zu bewirken. Selbst wenn sie am Abend hungern müssten, entscheiden sich viele lieber dafür diesen Schein zu wahren. Dieses Verhalten steht dabei in starkem Kontrast zu den in die Stadt kommenden Pilgern für den Brunnen der letzten Mutter. Dieser Sehnsuchtsort von Familien und vor allem Frauen ist von meist deutlich sichtbarer Armut gekennzeichnet. Viele Menschen spenden ihr letztes Hab und Gut, um ihre Hoffnung im Brunnen zu suchen und endlich das ersehnte Glück zu erreichen. Die Sorridianische Kirche vermag dabei kaum sich um alle Pilgernden zu kümmern, sodass diese sich meist wochenlang in der Stadt mit undankbaren Gelegenheitsarbeiten ihre Rückreise erarbeiten müssen.