Aironia

Aus Athalon
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Aironia
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Name Aironia
Bewohner 38.200 Einwohner
Regentschaft Erzherzog Philippo Adiquira la Maniero
Garnisonen Stadtwache, Sorridianisches Heer
Tempel Sorridianische Kirche
Wirtschaft Handel, Stoffherstellung
Besonderheiten Mahnmal der Zerstörung
Stimmung Verschreckt und verehrt


Die Stadt Aironia ist eine Großstadt in der Region Granhojas des Königreichs Sorridia. Sie ist Teil des Erzherzogtums Adiquira la Maniero und liegt gemeinsam mit der Stadt Jeorgina auf einer kleinen Nebeninsel der Isla de la Riqueza, der Insel von Szemäa, benannt nach dem Wegbereiter der deynistischen Glaubensdoktrinen, Jakobus des Hühnerzüchters. Weite Teile Aironias wurden im 34. Südleändischen Kreuzzug im Jahr 1346 AD zerstört. Der Wiederaufbau und die Wiederansiedelung von Menschen verlief zunächst nur äußerst schleppend, nachdem große Teile der ursprünglichen Bewohner geflohen oder im Kreuzzug umgekommen sind.

Geographie

Aironia befindet sich im Nordosten der im äußersten Südosten des Königreichs Sorridia liegenden Insel von Szemäa, die weithin auch als Insel des Wegbereiters bezeichnet wird. Die Stadt liegt an einem Fluss im Inland der Insel, der wiederum in das wenige Tagesreisen entfernte Nostrisches Meer einfließt. Die für ihre massiven Stadtmauern bekannte Stadt liegt zwischen dem als Corso bezeichneten Fluss und einem nur äußerst schwer zugänglichen Gebirgsmassiv im Osten der Stadt. Zum Norden hin eröffnet sich eine große Felsfläche, die durch eine hügelige Landschaft gekennzeichnet ist. Ab dem Frühling werden die Hügel unter großer Kraftanstrengung aufgegraben und als landwirtschaftliche Fläche genutzt. Gemeinsam mit den großen Wiesenflächen im Westen der Stadt, hinter dem Corso, versorgen sie die Stadt heute wieder weitestgehend eigenständig.

Mithilfe eines neuerrichteten Eimerkettensystems wird dem Corvo Wasser entnommen und in ein unterirdisches Zisternensystem umgeleitet, welches die Stadt mit Wasser versorgt. Die teilweise natürlichen und teilweise von Menschenhand erbauten Gänge sind zudem als Schmuggelrouten und versteckte Zugangswege in die Stadt bekannt; sind jedoch auch durch die teils großen Wassermengen enorm gefährlich zu betreten. An manchen Stellen im sonst eher trockenen Stadtgebiet gibt es Wasserentnahmestellen. Städtische Arbeiter nutzen diese Stellen, um die Pflanzen in den kleinen Parkanlagen innerhalb von Aironia zu gießen. Durch einen unkontrollierten Bau und die enorme Zerstörung im Kreuzzug sind jedoch viele der alten Parks verkommen, wenn sie nicht gleich gänzlich überbaut worden sind.

Tiere und Pflanzen lassen sich daher nur selten in der Stadt antreffen. Hier und da sieht man zwar Ungeziefer durch die Gassen rutschen, doch sorgen sich die Menschen nach ihren Erlebnissen im verbliebenen Krieg noch immer sehr um ihre eigenen Ressourcen. Essensreste, die als Nahrungsquelle für Ratten oder andere Tiere dienen könnten, gibt es daher nur selten - und selbst wenn werden diese irgendwie noch sinnvoll eingesetzt. Abseits der hochgelegenen Ruine der Kathedrale von Aironia gibt es neben den wenigen Parkanlagen keine nennenswerten Grünflächen. Lediglich Unkraut wuchert aus allen Ecken, die gerade genug Platz bieten und nicht durch Bauwerke, Arbeitsflächen oder die teils noch immer vorhandenen Schuttstellen besetzt werden.

Geschichte

Der Ansturm auf Aironia

Aironias Historie geht ähnlich der Geschichte der Nachbarstadt Jeorgina auf die Zeit des Mittländischen Imperiums zurück. Erste Einwohner sollen sich etwa 500 Jahren vor der aktuellen Zeitrechnung nördlich der Stadt am Corvo niedergelassen haben. Die Bauernfamilien begannen mit der Bestellung des Landes und wuchsen zu einer Dorfgemeinschaft heran. Der nährstoffreiche Boden hat zeitnah mehr Bewohner angezogen, die schließlich zu einer kleinen Stadt heranwuchsen, die den Namen Aironia erhielt. Mit dem langsam voranschreitenden Niedergang des Mittländischen Imperiums und der fortwährenden militärischen Auseinandersetzungen zwischen dem Djidanistischen Reich und Mittlands ging Aironia um etwa 50 vor Deyn Cador in einem grauenhaften Inferno auf. Flammen nahmen die Stadt ein und verschlangen die Gebäude mitsamt der Menschen darin. Vermutungen gehen heute dahin, dass Brandstiftung der Grund für den Tod tausender Menschen gewesen sein muss.

Die schwer gezeichneten Überlebenden ließen sich anschließend einige Dutzend Kilometer weiter südlich nieder und gründeten ihre Stadt an der heutigen Stelle neu. Zwischen Fluss und dem nur schwer zu überwindenden Gebirge errichteten sie Kontrollposten und Mauern. Nur wer der Stadt bekannt war oder sich an den Wachposten meldete, durfte die erst von hölzernen Palisaden und später großen Mauern umgarnte Stadt betreten. Die Entwicklung des neuen Stadtgebietes beschleunigte sich enorm, als der erste Kontakt zwischen Mensch und Deyn Cador aufgrund den Worten des Propheten Hühnerzüchter zustande kam. Jakobus besuchte auf seinen Pilgerwanderungen von Jeorgina aus auch Aironia und segnete die Menschen mit seinen Worten und Taten. Die Bewohner von Aironia sahen sich fortan auch als Anhänger von Deyn Cadors Ordnung und begannen die große Kathedrale der Stadt, umgeben von einer eigenen Schutzmauer, zu errichten.

Mit endgültigem Niedergang des Mittländischen Imperiums und Aufkommen des Heiligen Sorridianischen Reiches wurde die Stadt in das Herrschaftsgebiet der Sorridianer integriert. Als Ausgangspunkt verschiedener Schlachten, Kriege und vor allem der Südleändischen Kreuzzüge wurde Aironia immer wieder belagert oder musste sich um die Versorgung großer Regimenter kümmern. Die kriegsgeplagten Bewohner fokussierten sich in allen Friedensphasen stets auf den Ausbau ihrer Verteidigungsanlagen und überließen nichts dem Zufall. Über Jahrhunderte konnten so die großen Angriffe der Esh'shajen auf Aironia abgehalten werden. Kleinere Verluste in den Außengebieten wurden fast schon erwartend hingenommen, doch Aironia in seiner ausgelagerten Position konnte bestehen.

Ab ungefähr dem Jahr 1340 AD breitete sich die Kirche des Lebenden Gottes mit rasanter Geschwindigkeit auf der Insel von Szemäa, besonders in den beiden großen Städten Aironia und Jeorgina aus. Die Bewohner der Stadt ließen sich von den herrlichen Versprechungen und auch plumpen Geldzahlungen in die Arme der Prediger des Lebenden Gottes ködern. Innerhalb weniger Jahre verschafften sich so die wahrhaften Anhänger des Lebenden Gottes Schlüsselpositionen in der ganzen Stadt, wie auch im Rest der Insel. Durch ihre abgeschiedene Lage auf einem eigenen Eiland reagierten die sorridianischen Machthaber auf der Isla de la Riqueza schlichtweg zu spät. Zwar wurde die Kirche des Lebenden Gottes als deynwidrig und falsch deklariert, doch dauerte es bis in den Sommer des Jahres 1345 AD hinein, damit der immer mehr ihre Finger zur Macht streckende Kirche des Lebenden Gottes Einhalt geboten werden sollte. Es bedurfte eines Ausrufes des Hochmeisters des Sôlaner Ordens, Sir Walter Ripel, um einen Kreuzzug auf das Gebiet Sorridias zu organisieren. Das nach wie vor vom Krieg gegen Tasperin geschwächte Land benötigte Hilfe im Kampf gegen den falschen Glauben im eigenen Land. Sorridia gestattete es hierbei nicht, dass weltliche Truppen in diesem Krieg an seiner Seite agieren dürften. Um den schwierigen Weg nach Szemäa ausreichend Zeit einzuräumen, wurde der Beginn des Kreuzzuges auf das Jahr 1346 AD festgelegt.

Als Kriegsparteien des Kreuzzug nach Szemäa nahmen der Sôlaner Orden, der Orden des heiligen Mikael zu Patrien, die Revaniter, der Riedländer Orden, die Truppen der Silvanischen und Sorridianischen Kirche sowie die eigenen Heerestruppen gegen die Kirche des Lebenden Gottes teil. Zahlreiche weitere Kleinparteien versuchten ebenfalls dem Krieg beizutreten. Inmitten des Angriffs auf die Städte Aironia und Jeorgina im Herbst 1346 AD trat zusätzlich das Kalifat Al'bastra in den Krieg ein.

Aironia wurde während des Kampfes durch die Belagerungsgeräte der Revaniter Ordensritter sowie den Ansturm der übrigen Fraktionen massiv zerstört. Große Teile der Stadt galten lange Zeit als unbewohnbar. Hungersnöte und Krankheiten brachen in der wochenlangen Belagerung aus. Dutzende Aufzeichnungen zeugen von Kannibalismus und schweren Verbrechen, die innerhalb des Krieges begangen wurden. Erst in einem gewaltigen Ansturm mit unzähligen Toten auf beiden Seiten konnte die Stadt im Spätherbst 1346 AD von den Truppen Deyn Cadors besetzt werden. Kurz nach der endgültigen Befreiung der Stadt mussten die Kreuzfahrer diese schwer angeschlagen gegen die Soldaten des Kalifat Al'bastra verteidigen, was ihnen wie durch ein Wunder gelang.

Die Stadt wurde kurz darauf zurück an das Königreich Sorridia zurückgegeben, nachdem sich die letzten Anhänger der Kirche des Lebenden Gottes ergeben haben. Die Kreuzritter durften die Schätze und Reichtümer Szemäas im Gegenzug für ihre Hilfe vollständig plündern. Aironia blieb mittellos und völlig verwüstet zurück. Die überlebenden Bewohner kehrten ab 1347 AD wieder in ihre ehemalige Heimat zurück und sind seither mit dem Wiederaufbau beschäftigt.

Politik und Wirtschaft

Wiederhergestellter Straßenzug von Aironia

Aironia befindet sich im Einflussgebiet des Erzherzogtums Adiquira la Maniero und untersteht dem Erzherzog persönlich, der die meisten städtischen Angelegenheit in der als große Ruine verschmähten Stadt durch eingesetzte Stadthalter übernehmen lässt. Besonders die Sorridianische Kirche und die Sorridianische Inquisition haben eine massive Präsenz in der Stadt aufgebaut, um ein erneutes Aufkeimen der Kirche des Lebenden Gottes von vorneherein zu verhindern. Sie haben damit jedoch auch eine Kultur des Misstrauens eingeführt und überprüfen beinahe täglich die hintersten Winkel der Stadt; oftmals mit Gewalt.

Der Wiederaufbau der städtischen Gebäude und vor allem Wohnbereiche gestaltetet sich aufgrund der großen und nachhaltigen Zerstörung und Plünderung äußerst schwierig. Viele Bewohner blieben nach den Plünderungen mittel- und einkommenslos zurück. War die Stadt vormalig für die Herstellung qualitativ hochwertiger Stoffe und Kleidungsstücke bekannt, ist sie heute für die große Produktion minderwertiger Qualität bekannt. Sowohl die Sorridianische Kirche und der weltliche Erzherzog erachten es als selbstgewähltes Shcicksal der Stadtbewohner in Armut zu leben, nachdem diese auf die verlockenden Geschenke der Kirche des Lebenden Gottes gehört haben. Auch aus diesem Grund wurde die Kathedrale im Herzen der Stadt nur notdürftig wiederhergerichtet, indem der Schutt beiseite geräumt wurde. Die Predigten aus der vollkommen abgebrannten Ruine sollen ein tägliches Mahnmal der Verfehlungen der Bürger darstellen und jede Hoffnung an den aus sorridianischer Sicht falschen Glauben im Keime ersticken.

Eine wiedereingesetzte Stadtwache wird von entsandten Soldaten des Sorridianischen Heeres kontrolliert und überwacht. Sie versuchen dennoch die Bewohner der Stadt irgendwie zu unterstützen und helfen oftmals auch bei Bauarbeiten und Aufräumarbeiten mit, damit Aironia eines Tages wieder eine lebenswerte Stadt wird. Mehrere Versuche von Handelsgilden und Arbeiterzünften der Stadt größere Hilfen anzubieten, scheiterten am Unwillen des Erzherzogs Hilfe von Außenstehenden zu gewähren. Dadurch wird es wohl noch eine Weile dauern, bis Aironia wieder in seine einstige Rolle als Bollwerk auf Szemäa zurückkehren kann.

Gesellschaft und Kultur

Wer den Kreuzzug oder die grausamen Folgen des Krieges erlebt hat, ist oftmals tief verstört. Nur der Glaube an Deyn Cador hält viele Menschen bei Verstand, die täglichen Gebete verschaffen Kraft und Durchhaltevermögen. Hoffnung ist ein Wort, welches in Aironia mehrfach täglich in den Mund genommen werden muss, um die schweren Erlebnisse verkraften zu können. Viele Bewohner leben in prekären Verhältnissen und sind froh, wenn sie ausreichend Nahrung und Wasser erhalten und eine halbwegs bequeme Möglichkeit zum Schlafen haben. Besonders diejenigen, die Hunger und Verzweiflung im Kriege ertragen mussten, sind heute umso froher, dass ihnen wenigstens ihr Leben und die Möglichkeit der Verbesserung geblieben sind. Andere sind dahingegen verbittert und suchen noch immer die wahren Schuldigen in ihrer aussichtslosen Situation.

Kulturelle Veranstaltungen oder auch Möglichkeiten zur Ruhe sucht man in Aironia weiterhin vergebens. Die große Zerstörung sorgt dafür, dass lediglich den Worten der Gläubigen der Sorridianischen Kirche gelauscht werden kann. Abseits dessen gibt es nur die harte Arbeit und das Miteinander auch in der schweren Zeit, um durch den Tag zu kommen. Eine Oberschicht oder auch eine Händlerkaste existiert in der Stadt kaum mehr. Lediglich einige wohlhabende und hierhin entsandte Würdenträger residieren in der halbwegs unbeschädigten inneren Feste. Sie wagen es nur selten hinaus zur Bevölkerung zu treten, wissen sie doch, dass auch ihnen gegenüber die Verzweiflung schnell in Hass umschlagen kann. Wer sein Glück heute in Aironia sucht, rettet sich in das Gebet und die Hoffnung auf eine bessere Zeit.