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Ein einfaches Gerät, welches eine rotierende Nadel besitzt, die aufgrund des natürlichen Magnetismus auf Athalon stets zum Nordpol zeigt. | Ein einfaches Gerät, welches eine rotierende Nadel besitzt, die aufgrund des natürlichen Magnetismus auf Athalon stets zum Nordpol zeigt. | ||
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===Jakobusstab=== | ===Jakobusstab=== | ||
Ein Instrument zur Winkelmessung. Ein meist hölzerner Stab mit verschiedenen aufsetzbaren Querverstrebungen. Der Vorläufer des Sextanten. | Ein Instrument zur Winkelmessung. Ein meist hölzerner Stab mit verschiedenen aufsetzbaren Querverstrebungen. Der Vorläufer des Sextanten. | ||
Aktuelle Version vom 29. März 2026, 18:02 Uhr
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Die Nautik ist eine Wissenschaft, die verschiedene Themengebiete der Seefahrt in sich vereint. Schwerpunkte sind die korrekte Führung eines Schiffs sowie die Schifffahrt, ihrer Hilfsmittel und ihre Tücken. Sie umfasst allerdings auch Bereiche der Geographie, der Wetterkunde und der Sternenkunde.
Geschichte der Nautik
Anfänge der Seefahrt
Die Geschichte der Seefahrt beginnt bereits Tausende von Jahren vor dem ersten Kontakt zwischen den Menschen und Deyn Cador. Wie lange genau lässt sich allerdings nicht bestimmen. Archäologen haben in allen Teilen der bekannten Welt primitive Boote, Kanus und Flöße gefunden, die vermutlich sogar noch vor den ersten bekannten schriftlichen Aufzeichnungen entstanden sein dürften.
Überlieferungen aus den Zeiten des Mittländischen Imperiums und des Djidanistischen Reiches belegen, dass sie bereits über kleine Schiffe verfügten, mit denen nicht nur Fischfang, sondern auch Handel betrieben werden konnte. Dies ermöglichte es auch, dass diese Reiche sich ausbreiten und andere Ländereien besiedeln konnten. Schon zu dieser Zeit haben Menschen offenbar versucht sich anhand der Sterne zu orientieren.
Moderne Nautik
Über die Jahrtausende hinweg machten sowohl der Schiffsbau als auch die Navigation stetig Fortschritte. Ein einheitlicher Standard bei der Positionsbestimmung fehlte jedoch meist. Dies änderte sich im Jahr 486 AD, als die Mathematikerin Francesca Bellacorte an der Academia a la Estrada in Montebrillo ihre Abhandlung Ars Aestimandi in Mari publizierte. Zum ersten Mal existierte damit ein Navigationssystem, das auf mathematischen Prinzipien basierte. Bellacorte erweiterte ihre Arbeit in den folgenden Jahren und begann im Jahr 495 AD auf Wunsch des Gottkaisers Leandro de la Estrada damit persönlich Kapitäne in mathematischen und astronomischen Prinzipien zu unterrichten, was von vielen, meist sorridianischen Gelehrten als Geburtsstunde der Nautik angesehen wird. In diesem Kontext wurde auch die Besatzungsstruktur zum ersten Mal schriftlich definiert, nachdem sie bereits jahrhundertelang existiert hatte.
Die Königsdisziplin der Nautik ist die Navigation, also das Führen eines Schiffes zu einem gewünschten Ziel mit Hilfe von geeigneten Hilfsmitteln. Diese Aufgabe umfasst:
- Das Bestimmen der Position des Schiffes
- Die Bestimmung von Geschwindigkeit und Kurs eines Schiffes
- Die Planung einer geeigneten Reiseroute
Diese Aufgaben können unter Verwendung der Mathematik sowohl über Teilgebiete der Sternenkunde, als auch der Geographie bewältigt werden.
Die Koppelnavigation ermöglicht Ortsbestimmungen von Schiffen (oder anderen bewegten Objekten) aufgrund ihres Kurses und ihrer Geschwindigkeit.
Mit Hilfe eines magnetischen Kompasses wird von einem Ausgangspunkt ein Kurs festgelegt. Die Geschwindigkeit wird mit einem Log gemessen. Zusätzlich wird vergangene Zeit mit Hilfe einer Uhr notiert. Der Navigator muss jedoch auch Kursänderungen und Einflüsse wie Strömungen und Winde beachten.
Bei optimalen Begebenheiten kann man mit Hilfe der Koppelnavigation präzise Angaben über die aktuelle Position des Schiffes machen. Schwerer Seegang und starker Wind können die Berechnung jedoch schnell verfälschen.
Unter Verwendung eines Sextanten, eines astronomischen Almanachs und einer Uhr kann man durch die Messung von Sternen und Planeten sowohl zu Land, als auch zur See relativ präzise Positionen bestimmen.
Der Navigator misst mit Hilfe des Sextanten den Höhenwinkel. Konkret ist damit die Höhe des gewählten Bezugspunkts über dem Horizont gemeint. An der Uhr wird der Zeitpunkt der Messung abgelesen. Sobald der Winkel und die exakte Uhrzeit notiert sind, beginnt die eigentliche Auswertung der Daten. Zunächst muss der am Sextanten abgelesene rohe Messwert korrigiert werden, um Berechnungsfehler oder die eigene Augenhöhe über dem Meeresspiegel (den sogenannten Kimmabstand) auszugleichen. Mit der präzisen Uhrzeit kann der Navigator grob berechnen, wie der gewählte Stern in genau diesem Moment zum Planeten Athalon steht.
Der gemessene Höhenwinkel verrät, wie weit man von diesem Punkt entfernt ist. Hieraus lässt sich eine sogenannte Standlinie ableiten. Die Standlinie verrät die eigene Position an einem Punkt auf dieser Linie. Um den exakten Punkt zu bestimmen, wird ein zweiter Stern ausgewählt und das Verfahren wiederholt. Der Schnittpunkt der Standlinien gibt die Position wieder.
Nach der Festlegung des Nullmeridians von Montebrillo wurde es möglich den Planeten Athalon in Längen und Breitengrade aufzuteilen. Der Nullmeridian ist eine gedachte (und auf Karten auch notierte) Linie vom Nord- zum Südpol des Planeten, die genau die Stadt Montebrillo passiert. Von diesem Nullmeridian aus kann die geografische Länge nach Osten und Westen gezählt werden. Die Länge wird in Grad gemessen und verläuft immer einmal vom Nord- zum Südpol. Nach Osten sind dabei Angaben von 0 bis 180° möglich. Nach Westen wird negativ gerechnet, also 0 bis -180°.
Als Denkhilfe möge man sich vorstellen einen Globus zu halbieren. Man hätte so jeweils zwei Halbkugeln und würde eine Position auf ihrer Kurve jeweils mit einem Winkel angeben, wobei man bei 0 zu zählen beginnt.
Die geografische Breite wird ebenfalls vom Nullmeridian aus berechnet. Hierbei muss man sich den Planeten Athalon auf eine Weise halbiert vorstellen, dass man auf eine kreisrunde Fläche blickt. Vom Kern ziehe man eine Linie zur Stadt Montebrillo und eine zum Nordpol. Die Kurve des so entstandenen Viertelkreises lässt sich erneut mit Winkeln beschreiben, diesmal jedoch nur von 0 bis 90 Grad. Nach Süden wird negativ gerechnet, also 0 bis -90°. Über dem jeweiligen Grad verläuft sodann eine gedachte Linie, die den Planeten umspannt.
Allgemein festgelegt und auf vielen Karten notiert sind diese Linien in Schritten von 15 Grad. Falls nötig lassen sich aber zusätzliche Linien errechnen. Es ist dabei nicht relevant auf welcher Seite des Planeten man sich befindet, da die Breitengrade im Gegensatz zu den Längengraden keine Pole passieren und den Planeten immer komplett umspannen. Man spricht deshalb auch von Breitenkreisen.
Durch das Notieren von Längen und Breitengraden ergeben sich auf Karten klar definierte Quadranten, die für eine Positionsbestimmung enorm nützlich sind.
Kreuzpeilung
Bei der Kreuzpeilung wird mit Hilfe eines Kompasses, einer Karte, einem Lineal und einem Dreieck anhand von zwei sichtbaren Fixpunkten die genaue Position bestimmt. Man zieht dabei von den Fixpunkten aus Linien zum Schiff (sogenannte Standlinien) und kann so eine Aussage über die aktuelle Position treffen.
Versegelungspeilung
Steht nur ein sichtbarer Fixpunkt zur Verfügung kann man die Versegelungspeilung nutzen. Es wird dabei versucht denselben Punkt zweimal aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Dabei peilt man zu verschiedenen Zeitpunkten denselben Fixpunkt an. Zuerst wird hierzu eine Erstpeilung durchgeführt. Dieser Punkt wird auf der Seekarte vermerkt. Mithilfe von Uhrzeit und der gefahrenen Distanz kann bei konstantem Kurs mit bekannter Geschwindigkeit die Veränderung des Winkels zu diesem Fixpunkt festgestellt werden. Nach einer gewissen Zeit, wenn sich der Winkel deutlich verändert hat, nimmt man die Zweitpeilung vor.
Um nun den Standort zu bestimmen, wird die erste Standlinie rechnerisch genutzt. Mithilfe des gesegelten Kurses und der Distanz, ausgehend von einem beliebigen Punkt der ersten Linie, verschiebt sich die gesamte erste Linie parallel entlang dieses Kursvektors nach vorne. Der Punkt, an dem diese verschobene erste Standlinie die aktuelle zweite Standlinie schneidet, ist der tatsächliche Standort zum Zeitpunkt der zweiten Messung.
Teilgebiete der Nautik
Nautische Instrumente
Lot
Das Lot wird verwendet, um die Tiefe eines Gewässers zu bestimmen. Es besteht für gewöhnlich aus einem einfachen Seil, an dem ein Gewicht angebracht ist. In flachen Gewässern werden auch Holzstäbe mit Markierungen verwendet.
Log
Mit dem Log wird die Geschwindigkeit eines Schiffes gemessen. Es handelt sich dabei um ein Seil, an dessen Ende ein queres Holzbrett angebracht ist (der Logscheit). In regelmäßigen Abständen befinden sich Knoten im Seil.
Will man die Geschwindigkeit eines Schiffes messen, wirft man das Logscheit aus und lässt das Seil abrollen. Man wartet einen Zeitraum von 14 Wimpernschlägen ab und zählt dann, wieviele Knoten bis dahin vom Seil ins Wasser abgerollt sind. Die Zahl der Knoten entspricht der Geschwindigkeit, also zum Beispiel „3 Knoten“.
Ein Knoten entspricht dabei einer Seemeile pro Stunde (beziehungsweise 18 Kilometer). Im Falle des Beispiel also 3 Meilen pro Stunde (oder 54 Kilometer).
Kompass
Ein einfaches Gerät, welches eine rotierende Nadel besitzt, die aufgrund des natürlichen Magnetismus auf Athalon stets zum Nordpol zeigt.
Jakobusstab
Ein Instrument zur Winkelmessung. Ein meist hölzerner Stab mit verschiedenen aufsetzbaren Querverstrebungen. Der Vorläufer des Sextanten.
Man setzt den Stab am Jochbein unter dem Auge an und verschiebt das Querstück so lange, bis das Ende den Horizont und den angepeilten Fixpunkt gerade so verdeckt. Die halbe Länge des Querstabes, geteilt durch die am Hauptstab abgelesene Länge, ergibt den Tangens des halben gesuchten Winkels zwischen Horizont und Fixpunkt. Bei unruhiger See litt schnell die Präzision.
Sextant
Ein Instrument, mit dem man den Winkel zwischen den Blickrichtungen zu weit entfernten Objekten bestimmen kann.
Astrolabium
Das Astrolabium ist ein Gerät mit dem das Beobachten und Ausmessen des Sternenhimmels möglich ist. Der dreidimensionale Himmel soll möglichst auf eine flache Scheibe projiziert werden. Es erlaubt die Bestimmung der Höhe von Gestirnen, der Berechnung der Uhrzeit sowie des Zeitpunkts von Sonnenauf- und untergängen.
Im Zentrum des Astrolabiums steht die Rete. Diese oft kunstvoll verzierte Platte imitiert die Sternenkarte. Auf der Rückseite der Rete ist eine Visiereinrichtung eingebracht, mit der die Höhe eines Sternes oder der Sonne abhängig vom Horizont misst. Die Rete ist so drehbar, dass sie den exakten Himmelszustand abbildet. Hiermit kann dann das aktuelle Sternenbild im Verhältnis des Navigators dargestellt und die Positionsbestimmung vereinfacht werden.
Quadrant
Ein Gerät zur Winkelbestellung, welches vor allem im Kalifat verbreitet war und teilweise noch verwendet wird. Es besteht aus einem Viertelkreis, auf dem die Grade eingezeichnet sind, einem Senklot und einer Ablese-Vorrichtung.
(Sand-)Uhr
Ein gläsernes Gefäß mit zwei großen Kammern und einer engen Verbindungsstelle. Es ist mit Sandkörnern gefüllt, die durch die Engstelle von einer Kammer in die andere rieseln. Die Menge des Sandes ist dabei nach bedarf unterschiedlich und kann von fest definierten Minuten bis Stunden variieren.
In der heutigen Zeit werden sie durch den Aufstieg mechanischer Uhren nur noch selten genutzt.
Bedeutende Lehrstätten
| Flottenakademien | ||
|---|---|---|
| Nation | Ort | Name |
| Kaiserliche Monarchie Tasperin | Leinburge | Kaiserliche Flottenakademie |
| Vereinigte Provinzen von Silventrum | Zweibach | Silventrische Admiraliteite |
| Königreich Sorridia | Fortifa | Heilige Sorridianische Flottenkaserne |
| Königreich Weidtland | Asmaeth | Albionische Meeresuniversität |
| Nostrisches Imperium | Ilios | Nostras Aquas |
Bekannte Persönlichkeiten
- Francesca Bellacorte - sorridianische Erfinderin des Jakobusstabs
- Ingmar Lemmer - Tasperiner Flottenexperte
- Danjeel Ribbeck - Silventrumer Navigator
- Veran Bubb - Haldarischer Kartograph
- Anut Yul'Moyin - Kalifatischer Konstrukteur des Astrolabiums
- Guillem Orellana - Patrischer Seetheoretiker
