Reichsstadt Schwarzwasser

Aus Athalon
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Schwarzwasser
Schwarzwasser.png
Name Schwarzwasser
Bewohner ca. 53.000
Regentschaft Dalleras von Dunkelfluss
Garnisonen Schwarzwache (Stadtwache), Söldnergruppen
Tempel Mehrere zentrale Kirchen und Kapellen der Silvanischen Kirche
Wirtschaft Forschung und Handel
Besonderheiten Hauptstadt der Provinz Fahlstrad
Stimmung gegensätzlich, magisch geprägt und widersprüchlich


Die Reichsstadt Schwarzwasser liegt im Nordwesten der Kaiserlichen Monarchie Tasperin und ist die Hauptstadt des Herzogtums Fahlstrad. Die Großstadt ist besonders bekannt für ihre Akademie von Schwarzwasser. Diese staatlich anerkannte Institution für Magier befindet sich im Herzen der Stadt. Mancher Tasperiner sagt sogar, dass die Akademie Schwarzwasser maßgeblich prägt, wenn nicht gar ausmacht.

Namensgebend für die Stadt und die dazu gehörige Umgebung ist das Dunkelmoor. Die sumpfigen Gründe ziehen sich kilometerweit durch die Stadt und ihr Umland, was bauliche Erweiterungen vor oftmals große Herausforderungen stellt. Die langen, engen Kanäle mit dem sumpfigen Wasser prägen das Stadtbild von Schwarzwasser und sind für den markanten Geruch innerhalb der Außenbezirke verantwortlich. Durch den Sumpf laufen mehrere große Pfahlstraßen, auf denen der gesamte Warenverkehr ins Innere Tasperins stattfindet. Innerhalb des Sumpfes ist eine lebhafte und zeitweilig gefährliche Tier- und Pflanzenwelt beheimatet.

Geographie

Allgemeines

An den sumpfigen Kanälen der Stadt...

Schwarzwasser liegt in der nordwestlichen Provinz Tasperins, Fahlstrad. Die auf sumpfigen Untergründen errichtete Stadt befindet sich einige Kilometer von der Küste entfernt zwischen den Tümpeln und Seen des Dunkelmoors. Die Stadt wird von einer allzeit anwesenden ungemütlichen Feuchtigkeit durchzogen. Dichte Nebelschwaden wabern unentwegt durch die Straßen und Gassen. Aus den Kanälen in den inneren Stadtvierteln steigen manchmal bedenkliche Gase auf, die schon so manch einen Betrunkenen kalt überrascht haben sollen.

In den Außenbezirken werden manchmal sogar ganze Häuser von den sumpfigen Wassermassen verschluckt, wenn die haltenden Stelzen brechen oder der Regen den Wasserspiegel auf neue Höhen klettern lässt. Zwischen den Gebäuden, in den Gewässern und vor allem auf den sumpfigen Landflächen sprießen unzählige Sumpfpflanzen aus dem Boden. Selbst im Stadtzentrum wimmelt es nur von Tieren, die sich schon längst an das Leben mit Menschen gewöhnt haben. Berge oder Anhöhen gibt es dafür fast keine. Schwarzwasser liegt nahezu ebenerdig; und genau das wird der Stadt manchmal zum Verhängnis.

Gewässer

Einige Stunden Weg von der Küste des Leändischen Ozeans entfernt, erreicht man Schwarzwasser inmitten des Dunkelmoors. In alle Himmelsrichtungen erstrecken sich die dunklen, undurchsichtigen Quellen des Sumpfes. Durch Kanäle und unterirdische Verbindungen ergeben die Gewässer ein riesiges Geflecht, indem sich die Lebewesen des Moores ungestört bewegen können. Die Bewohner von Schwarzwasser versuchen durch raffinierte Filter- und Entwässerungsmethoden Herr über das Dunkelmoor zu werden. Ihr Erfolg ist dabei allerdings mehr als beschaulich. Wo einerseits Drainagen und Trockenlegungen stattfinden, tauchen andererseits wieder neue Wasserlöcher und Tümpel auf. Lediglich die Wasserversorgung ist dank einiger Filtriersysteme trotz des Dunkelmoors mittlerweile gesichert.

Einige Sumpfquellen gelten als gefährlich oder sogar lebensbedrohlich. Es soll mehrere kleine Schwefellöcher geben, manch kochende Untergrundquelle mit brodelnden Sumpfgewässern sowie dutzende Gasventile. Die sichtnehmenden Nebelfelder bergen manchmal weitaus mehr als die bloße Gefahr eines Orientierungsverlusts. Besonders in letzter Vergangenheit sollen dutzende Menschen in den Außenbezirken während des nächtlichen Schlafes einfach erstickt sein.

Klima

Das Wetter in Schwarzwasser lässt sich vor allem als eklig und ungemütlich beschreiben. Stets liegt der Duft eines dahinsiechenden Moores in der Nase, der sich mit nasskalter Luft paart. Ganzjährig ist es im Dunkelmoor feucht. Plötzlich auftretender Platzregen lässt die Bewohner in ihre Häuser flüchten. Stets besteht die Gefahr, dass die Sumpfgewässer über ihre Ufer treten und die Straßen und Häuser fluten.

Die Sommer kommen mit einer vergleichsweise angenehmen Wärme von rund 20 Grad daher. Besonders zu dieser Jahreszeit lässt der Nebel wenigstens ein wenig nach, sodass der Ausblick auf das weite Dunkelmoor auch aus dem Stadtinneren besteht. Im Herbst kühlt die Stadt schnell auf ungefähr 10 Grad ab. Bäume und Büsche verlieren ihre Blätter, der Nebel zieht auf. Heftige Regenschauer lassen das Leben zur Qual werden. Im Winter wird die Stadt bei Minusgraden in Frost gehüllt. Während viele Gewässer nur durch Eisschollen bedeckt werden, fällt eine tiefe Schneedecke auf Schwarzwasser herab. Die in weiß gehüllte Stadt wird durch die dichten Nebelschwaden gern auch als "Stadt der Geister" bezeichnet. So manch einer will hier die mythischen Kreaturen erblickt haben, wenn alles in Weiß gekleidet ist. Der Frühling kehrt erst spät in die Stadt ein. Immerhin bringt er Temperaturen um 15 Grad und das Ende des Winters mit sich.

Meeresbrisen wird man in Schwarzwasser weitgehend vermissen. Trotz der Nähe zur Küste, erreichen keine großen Winde Fahlstrads Hauptstadt. Geographen führen dies auf die Meeresströmungen zurück.

Flora und Fauna

Flora

Das Stadtgebiet wird vollständig durch den Wildwuchs der Sumpfpflanzen gezeichnet. Überall sprießen verschiedene Arten aus jeglichen Ritzen, Steinen und sogar Mauerrändern. Unter der Wasseroberfläche der Sumpfe wachsen unzählige Wasserpflanzen, die sogar zu medizinischen Zwecken genutzt werden können. Vorausgesetzt man traut sich in das Wasser zu greifen.

Farbenfroher Blutweiderich säumt die Moorränder. Die farbenfrohen violetten Blüten bieten gerade im Nebel eine gute Orientierung, wo man besser nicht hineinschreiten sollte. Sumpfschwertlilien dienen in der Stadt als Bepflanzung. Selbst Rohrkolben existieren in den inneren Stadtvierteln. Verwurzelte Moorbirken und Trauerweiden säumen die kleinen Plätze der Stadt. Immer öfter mussten sie aber wuchtigen Pfahlbauten weichen. Besonders die Schwarzfichten wurden nahezu vollständig abgeholzt, um als Bauholz missbraucht zu werden. Wer tief genug gräbt, findet auch heute noch die zurückgelassenen Wurzelstränge unter der Erde.

Landwirtschaft kann im Umland der Stadt kaum betrieben werden. Was an Ackerfläche benötigt würde, ist durch das Dunkelmoor bedeckt. Stattdessen sammeln die Stadtbewohner Heil- und Kräuterpflanzen direkt aus dem Sumpf oder der Nachbarschaft. Selbst die Tannenzapfen der Schwarzfichten finden in manchen Rezepten ihre Verwendung. Kleine Gemüsebeete in Blumenkästen werden jedoch immer zahlreicher, denn die Lebensmittelpreise fallen schließlich nicht.

Fauna

Schwarzwasser kreucht und fleucht. Die Stadt ist übersäht mit Insekten und Ungeziefer. In der Luft schwirren Mücken, die als Nahrungsquelle für Eulen und Greifvögel dienen. Diese wiederum nisten in den Dachstühlen oder auf den Trauerweiden. Mit ihrem Gekrächze unterbrechen sie den Schlaf der Stadtbewohner in jeder Nacht. Präsenter sind nur die dutzenden Krähenschwärme, von denen sich sogar einige über die glänzenden Habseligkeiten manchen Händlers hermachen.

Die Kanäle und Keller werden von Ratten bevölkert. Trotz der Festanstellung vieler Rattenfänger und Nutzung von Fallen wird die Stadt der Plage nicht Herr. Wer nicht auf seine Vorräte Acht gibt, wird sie bald an die intelligenten Nager verlieren. Doch auch Ratten führen nicht immer ein einfaches Leben. Größere Jäger, wie Marder und Dachse durchkämmen regelmäßig die Stadt. Waschbärenrudel haben sich in einigen alten Baumstämmen eingenistet. Und manchmal verirrt sich sogar ein hungriges Wolfsrudel in die Stadt, sehr zum Missfallen der Städter.

Geschichte

Bewaldeter Sumpf bei Schwarzwasser

Fahlstrads heutige Hauptstadt ist eine recht junge Stadt. Sie wurde erst 983 AD begründet. Umherziehende Fahlstrader entschieden sich in der schiffbaren Nähe des Meeres niederzulassen; unterschätzten hierbei jedoch deutlich den Einfluss des Dunkelmoores. Nichtsdestotrotz fanden viele glücklose Seelen in der Stadt Halt. Aus mehr oder minder unverständlichen Gründen, errichtete eines der großen Carvieler Handelshäusern eine Niederlassung in Schwarzwasser. Zunächst sollten die großen Torfmengen aus den Gruben direkt in die tasperinische Hauptstadt verbracht werden. Schnell stellte sich jedoch auch die Torfqualität als eher minderwertig heraus. Die Handelsstätte wurde aufgegeben und von den Stadtbewohnern übernommen. Zwielichtige Gestalten siedelten sich an. Söldnergruppen, wie die Silberlegion hausierten mit Diebes- und Banditenbanden. Einige namenhafte Hehler verzogen sich nach der Verschärfung des tasperinischen Strafrechts ebenfalls in die Stadt.

Eine florierende Ökonomie der Schattenwirtschaft entstand. Nahezu ohne staatliche Kontrolle konnten die Geschäfte der Verbrechen ausgelebt werden. Was anderthalb Jahrzehnte funktionierte, stieß kurz nach 1003 AD auf harten Widerstand. Die Krone setzte die in der Hauptstadt durchaus verhasste Adelsfamilie von Dunkelfluss als Statthalter in Schwarzwasser ein. Ursprünglich sollte diese Maßnahme der Rückgewinnung der Kontrolle dienen. Sie bewirkte aber eher das Gegenteil. Unter dem Deckmantel der adligen Aktivitäten konnten die Verbrecher ihr Imperium erweitern. Gewisse Bestechungsgelder sollen dabei maßgeblich für den Bau des kleinen Schlosses im zentralen Bezirk Schwarzwassers gewesen sein.

Angezogen von der wachsenden Stadt, kamen bald auch gewöhnliche Handwerker und Landarbeiter in die Stadt. Mit ihrer Hilfe entstanden die Außenbezirke und ersten Kanäle. Zur Stadtentwässerung wurden tiefe Gräben gegraben und mit Steinen ausgekleidet. Auch hier waren die Versuche jedoch nur von wenig Erfolg gekrönt. Die Gräben stärken heute mehr denn je die eigentlichen Moorbecken. Schwarzwasser wuchs. Irgendwie. Obwohl die Stadt weder über natürliche Ressourcen noch eine Wirtschaftskraft verfügte, zog sie die Menschen nahezu magisch an. Viele suchten ihr Glück, nur wenige fanden es. Sie alle blieben jedoch wegen des einen oder anderen Grundes.

Finanziert durch die in der Kriminalität entstandenen Gelder wurde der Ausbau der Stadt vorangetrieben. Die auf steinernen Fundamenten errichteten inneren Viertel entstanden. Durchaus ansehnliche Steinbauten wurden auf dem befestigten Grund errichtet, während in den äußeren Vierteln Armut und Elend vorherrschen. Manchmal sogar auf den Moorflächen errichtete Barracken bieten günstigen und ebenso unsicheren Unterschlupf. Wer in Schwarzwassers Außenbezirken leben muss, gehört zur untersten Schicht des ganzen Kaiserreichs.

1179 AD wurde die Akademie von Schwarzwasser in der Stadt errichtet. Bedingt durch interne Konfliktkämpfe um Erhalt oder Zerstörung der Akademie, besetzten sogar Ritter des Solaner Ordens Teile der Stadt über Wochen hinweg. Erst nach mehrwöchigen, hochrangigen Beratungen konnte die Akademie etabliert werden. Eine strenge Aufsicht der Silvanischen Kirche wurde beschlossen, zugleich wurde die Stadt zur Reichsstadt erklärt. Dieser besondere Titel stellt sie nebenher unter vollständige Kontrolle des tasperinischen Kaisers. Dieser kann jederzeit in die Geschicke Schwarzwassers eingreifen und die Ordnung zu seinen Gunsten wiederherstellen.

Seither hat sich die Akademie als elementarer Bestandteil Tasperins hinsichtlich der Kontrolle, Förderung und Überwachung von Magiern etabliert. Schwarzwasser wurde indes nicht weniger undurchsichtig. Mit Begründung der Schwarzwache und der Schaffung von Doppelstrukturen in der Verwaltung untergraben die Verantwortlichen gern einmal jegliche kaiserliche Autorität. Den Bewohnern gefällt vermutlich ganz besonders dieser Umstand besonders gut.

Bevölkerung

Kanalbewohner in Schwarzwasser

Mit über 50.000 Einwohnern zählt Schwarzwasser zu einer der größten Städte des Landes, genießt aber im Gegensatz zu anderen sicheren oder wohlhabenden Städten einen eher zweifelhaften Ruf.

Durch die über die Grenzen des Landes hinaus bekannte Akademie der Magier ist die Stadt ein Schmelztiegel für zahlreiche Gelehrte unterschiedlichster Bereiche und noch vielen mehr, die zu eben jenen werden wollen. Neben der Akademie und auch durch ihren Einfluss, haben sich weitere Lehranstalten und Forschungsinstitute rund um den Stadtkern angesammelt, die jedwede Wissenschaft anerkennen, ausführen und vertiefen wollen. Es hält sich dadurch jedoch auch das Gerücht, dass die Versuche vermeidlicher Gelehrter so einiges an Unheil über die Stadt bringen oder Bürger in Mitleidenschaft ziehen.

Die Bevölkerung der Stadt ist Neuem gegenüber nicht abgeneigt, und nicht wenige verdienen sich ihr Geld dadurch, dass sie irgendwelche Arbeiten verrichten die mit einer der Akademien der Stadt zu tun haben. Der andere Teil widmet sich kriminellen Geschäften, um wenigstens halbwegs über die Runden zu kommen. Ein wesentlicher Teil der Stadt arbeitet in den Schatten. Jegliche verbotene Dienstleistung, die man sich nur ausmalen kann, wird in Schwarzwasser feilgeboten. Seien es die Produzenten verbotener Rauschmittel, Auftragsmörder oder Spione. Wer lang genug sucht, der wird fündig.

Die wenigen ehrlich arbeitenden Männer und Frauen schuften ihr Leben lang für eine armselige Behausung in den Gossen. Ihr Leben ist anstrengend, wenig belohnend und kräftezehrend. Oftmals fehlt ihnen jedoch eine Alternative, sodass nichts anderes übrig bleibt, als weiter in Schwarzwasser dem Tagwerk nachzugehen. Besonders die fromme Minderheit unter der Silvanischen Kirche hat es daher schwierig. Wer nicht für Akademie oder Verbrecherwelt arbeiten will, geht schlichtweg leer aus.

Der gewöhnliche Bürger gilt vielleicht auch deswegen als pessimistischer Kämpfer. Viele Bewohner Schwarzwasser gelten als Egoisten oder Egozentriker. Stets arbeiten sie für den eigenen Verdienst oder den individuellen Aufstieg. Nur wenige Menschen verfügen über einen ausgeprägten Gemeinschaftssinn oder innbrünstigen Glauben an Deyn Cador.

Politik

Allgemeines

Schwarzwasser ist die Hauptstadt der tasperinischen Provinz Fahlstrad. Sie gilt darüber hinaus als Reichsstadt und unterliegt somit dem direkten Einfluss des Kaiserhauses der Monarchie.

Schwarzwasser Politik und Adel gilt als durchweg korrupt und egoistisch. Das Adelshaus von Dunkelfluss arbeitet ausschließlich für die eigene Tasche und den eigenen Machterhalt. Ihre Bevölkerung ist ihnen soweit egal, bis sie aufbegehren oder Forderung stellen. Manch einer könnte meinen, dass Freiheit tatsächlich groß geschrieben werden. Solange man sich entlang gewisser Regeln verhält, entspricht dies auch der Wahrheit. Selbst kapitale Straftaten werden oftmals nicht verfolgt. Nur wenn das eigene Opfer mächtiger als man selbst ist, hat man schnell die Schwarzwache im Nacken. Ein großer Teil des Geldflusses bildet die Schattenwirtschaft. Mittendrin sind die Adligen und Politiker der Stadt. Nur dank ihres Schutzes und ihrer Deckung kann das Verbrechen überhaupt so florieren.

Während die herrschende Familie die Stadt weitgehend sich selbst überlässt, greift auch das Kaiserhaus nicht ein. Viel zu sehr ist Kaiser Cadorian I. mit dem Aufrechterhalten seiner politischen Macht im In- wie Ausland beschäftigt. Es schlichtweg keine Zeit für die Lenkung der politischen Geschicke. Eben diese Lücke füllen dann die kriminellen Vereinigungen. Egal ob Hehler, Diebe oder Banditen. In Schwarzwasser findet man sie alle, wenn man nur tief genug in das Geflecht der Kanäle und Keller hinabsteigt.

Militär

Das Militär in Schwarzwasser ist dezentral organisiert und besteht ausschließlich aus Söldnern. Schwarzwasser selbst hat damit keine Garnison im herkömmlichen Sinne einer stehenden militärischen Bewachung.

Die wohlhabenderen Viertel Schwarzwassers werden von den privaten Soldaten der Familie Dunkelfluss gesichert, während die bürgerlichen Viertel von der sogenannten Schwarzwache kontrolliert werden. Die Schwarzwache ist eine Söldnertruppe, die ausschließlich von der Magierakademie Schwarzwassers finanziert wird. Die Einführung der Schwarzwache ist als Abmachung zwischen der Familie Dunkelfluss und den Magiern der Magierakademie abgeschlossen worden. Im Gegenzug erhalten die Magier der Akademie gesonderte Schutzrechte Schwarzwassers, ohne dafür getauft werden zu müssen, wie normalerweise üblich. Mitglieder der Schwarzwache sind ausdrücklich keine Magier sondern angeworbene Söldner oder aus dem Heer ausgeschiedene Soldaten.

Die ärmeren Viertel außerhalb der Stadtmauer werden weder von Schwarzwache noch von privaten Soldaten kontrolliert. Es gilt das Recht des Stärkeren und übermäßige Willkür. Kapitalverbrechen bleiben oftmals unbestraft, denn schließlich macht sich niemand die Mühe für die Armen eine langwierige Ermittlung anzustoßen. Wer sich gegen die großen Verbrecherbanden wendet, hat oftmals nur noch wenige Stunden zu leben. Hin und wieder führen sogar bewaffnete Scharmützel um Territorium, Besitz oder unverständliche Kleinigkeiten zu einem Dutzend Leichen auf offener Straße.

Es herrscht eine insgesamt barbarische Atmosphäre in Schwarzwasser. Jeder könnte ohne weitere Einschränkungen eine Waffe in die Hand nehmen und dort für "Recht und Ordnung" sorgen darf und kann. Die Viertel außerhalb der Mauer sind daher offiziell in verschiedene Bereiche eingeteilt, die jeweils von einer Söldner- oder Kopfgeldjägergruppe bewacht und kontrolliert werden sollen. Faktisch funktioniert diese Einteilung nicht. Weder halten sich die Gruppen an ihre Beschränkungen, noch gibt es überhaupt genug von ihnen. Oftmals verlangen diese auch noch Abgaben von den Bewohnern.

Wirtschaft

Schwarzwassers Wirtschaft ist ausgesprochen undurchsichtig. Es gibt nahezu keine Industriebetriebe und auch Ressourcen werden in der kargen Einöde des Dunkelmoors nicht gewonnen. Lediglich wenige Holzfäller und Fischer beschaffen überhaupt Erzeugnisse aus dem Sumpfgebiet. Im Stadtkern gibt es eine Handvoll erzeugende Betriebe, wie Bäckereien und Tavernen. Sogar ein Steinmetz mitsamt zweier Hufschmiede findet sich in den Außenbezirken. Fernab davon gestaltet es sich schwierig an Erzeugnisse zu kommen, die direkt in der Stadt produziert wurden.

Einige namenhafte Handelshäuser haben sich in Schwarzwasser Zentrum angesiedelt. Sie sind es, die die Stadt mit alltäglichen Waren und Lebensmitteln versorgen. Ohne ihre großen Transportwägen würde die Stadt binnen weniger Tage Hunger leiden. Dank eines eingespielten Versorgungstaktes gelingt es den wohlhabenden Händlern jedoch genau dies zu verhindern. Dabei springt stets eine große Geldsumme für sie heraus, die wiederum schleunigst aus der Stadt geschafft wird.

Wer hingegen irgendeine Arbeit sucht, wird vermutlich nur in den zwielichtigen Vierteln der Stadt schnell fündig. Egal ob Diebesbanden, Hehler oder Banditen - sie alle haben irgendwo in Schwarzwasser eine kleine Basis. Wer sich in die verbotenen Wirtschaftszweige begeben will, muss nach Schwarzwasser kommen. Dank einer willkürlichen Stadtwache kommt man mit genug Bestechungsgeldern mit wirklich jeder Tat davon. Unablässig scheinen die kleinen Barkassen auf den Kanälen neue Schandtaten in die Stadt zu bringen. An der Spitze dieses Kreislaufes der Schattenwirtschaft sollen die von Dunkelfluss selbst stehen. Gerüchte besagen auch einen nicht ganz unbedeutenden Einfluss der Akademie von Schwarzwasser.

Neben den Torfstechern werden lediglich die Kräutersammler und Sumpffischer als ehrbare Berufe angesehen. Sonst wird jeder wohl ein wenig Dreck am Stecken haben, oder die Verbrecher mehr oder minder ungewollt unterstützen. Denn an Schutzgeldzahlungen kommen die wenigstens vorbei.

Heraldik

Folgt.


Gesellschaft und Kultur

Architektur

Während die inneren Bezirke als architektonische Höchstleistung gelten, verkommt die Stadt in ihren Außenbezirken zusehends. Die Feste der von Dunkelfluss, die Akademie von Schwarzwasser sowie mehrere Kirchen liegen auf steinernen Plateaubauten. In den versumpften Untergrund wurden zunächst lange Holzpfähle eingelassen. Zwischen diese wurden tonnenweise Steine gekippt, die anschließend mit Erde und Kies verdichtet wurden. Um diese befestigte Aufschüttung wurden Steine geziegelt, um einen gewissen äußeren Halt zu gewährleisten. Erst darauf errichtete man die Gebäude.

Aus massivem Gestein errichtete Behausungen bilden das Zentrum der Akademie von Schwarzwasser. Um sie herum sind die in einheitlich schwarzem Schiefer eingedeckten Lehrstätten und Forschungsgebäude. Das weitläufige Areal wird von einem metallenen Zaun abgesichert, der sowohl Einbruch und Ausbruch verhindern soll. Die Kirchen wurden vor allem mit großen Säulen errichtet, die mit eigens aus dem Kaphatgebirge hergebrachten Steinen gemeißelt wurden. Die verglasten Fenster stammen aus Tasperins Hauptstadt Carviel, wohingegen die Kirchenschätze aus der Bühlmark gestiftet wurden. Nicht weniger prunkvoll ist die Feste des Hauses von Dunkelfluss. Die mehrstöckige Steinfeste wird von einer eigenen dicken Steinmauer umgeben, auf denen die persönliche Wache postiert ist.

Die Außenbezirke sind hingegen eine wahre Schande. Überall stehen verfallene Barracken und Holzhütten. Die Menschen leben in Armut und Hunger, Unrat liegt offen auf der Straße herum. Die letzte Stadtreinigung ist Jahre her, wodurch sich besonders Krankheiten unkontrolliert ausbreiten können. In den hier liegenden Kanälen steht das Sumpfwasser hoch. Giftige Dämpfe steigen ständig in die Höhe. Manch ein Sturz in die Gewässer bedeutet einen sicheren Tod, besonders wenn keine Hilfe herbeieilt. In verborgen liegenden Kellern und Warenhäusern hausen die Verbrecher der Stadt. Mit der passenden Parole oder einem Klopfzeichen werden versteckte Türen geöffnet und ganze Wände verschoben. Dennoch sind auch diese Räume nicht vor den Überschwemmungen und Sumpfwässern sicher. Regelmäßig treiben die leblosen Körper ertrunkener oder erstickter Langfinger durch die Kanäle direkt in das Dunkelmoor hinein.

Von der Außenwelt wird Schwarzwasser durch seine löchrige und instabile Stadtmauer abgeschirmt. Was einst als stolzes Bauprojekt gefeiert wurde, ist heute mehr Ruine als schützender Wall. Das Sumpfwasser hat sich längst in das Fundament gefressen und Türme einstürzen lassen. Mehrere Söldnergruppen haben mit Tunneln Mauerteile zum Bersten gebracht, um ungestört Schmuggelware in die Stadt befördern zu können. Die Reparaturen gestalten sich als kostspielig und schwierig. Es gibt weder genug Baumaterial noch Arbeiter, die die Steine einsetzen könnten.

Bildung

Weite Teile der Bevölkerung sind ungebildete Hilfsarbeiter im Dienst verbrecherischer Organisationen. Zumeist können sie gerade einmal einfache Zahlenketten verstehen oder ihren eigenen Namen erkennen. Mit ein bisschen Glück gelingt es ihnen sogar ein paar Worte richtig zu schreiben. Die Silvanische Kirche versucht zwar den Leuten mehr Bildung zu geben, stößt dabei jedoch immer wieder auf taube Ohren. Viele Bürger haben schlichtweg auch kein Interesse daran stundenlange Unterrichtsstunden zu nehmen.

Dahingegen steht die Oberschicht mit tiefgehender Bildung in einfachen wie gehobenen Künsten. In ihrer Freizeit widmen sie sich akademischen Studien, Malereien oder einfach den Gelüsten des Wissens. Was für manche Priester anstößig scheint, ist schlichtweg Normalität für die Schönen und Reichen. Auch die Gelehrten der Akademie von Schwarzwasser gelten als hochgebildet. Sie befassen sich tagein, tagaus mit der Erforschung ihrer Kräfte und neuen Wissens. Manchmal erlangen sie dabei gar Erkenntnisse, die die Welt so zuvor noch nicht gesehen hat. Manch eine Erfindung ist seither auf die Akademie von Schwarzwasser zurückzuführen.

Religion und Magie

Kirche und Glauben sind durchaus schwierige Themen in Schwarzwasser. Die Silvanische Kirche versucht seit jeher durch ausufernde Kirchenbauten und stetige Präsenz ihrer Orden ihre Präsenz zu verstärken. Doch selbst die frommsten Geistlichen wissen, dass ein beträchtlicher Teil der Glaubensausübung nur gespielt ist. Schwarzwassers Bevölkerung wird von Selbstverliebtheit und Gier getrieben. Der Glaube an Deyn Cador kommt eher in der Not oder bei Bedarf zum Vorschein. Die Silvanische Kirche ist dabei immer wieder in Auseinandersetzungen mit der Obrigkeit verwickelt und versucht die Bürger der Stadt auf ihre Seite zu ziehen um sich selbst den Rücken zu stärken. Um dies zu erreichen versucht sie dem einfachen Bürgerturm das Lesen beizubringen, verschenkt in großzügigem Rahmen Nahrung und veranstaltet regelmäßig Feste um Deyn Cador zu huldigen.

Der Kirash oder die Sorridianische Kirche sind nicht öffentlich in Schwarzwasser vertreten. Einzelne Gläubige gibt es dafür in der Akademie von Schwarzwasser.

Durch die Akademie haben die Bürger einen durchaus eigenwilligen Bezug zur Magie. Was anderswo verschreckt oder sogleich auf Ablehnung und Hass trifft, erzeugt in Schwarzwasser eher Neugier und Interesse. Natürlich will niemand mit einem wildgewordenen Magier verbunden werden. Und selbst die Bürger der Reichsstadt fürchten sich, wenn sie Zeuge des übermenschlichen Schauspiels werden. Doch ist die Ablehnung weitaus geringer, als im Rest des Landes. Die Magier selbst unterliegen strengen Regularien. Ihr Leben spielt sich weitestgehend in den Räumlichkeiten und Geländen der Akademie ab, selbst wenn die Stadt ihnen immerhin einige Rechte gewährt.

Feste und Feiertage

Die Silvanische Kirche hält die Feiertage Deyn Cadors in kleinem Maße vor ihren Kirchen ab. Grundsätzlich sind alle Bürger eingeladen, den kostenfreien Veranstaltungen beizuwohnen. Speis und Trank werden stets gestellt. Doch den Magiern der Akademie begegnet man mit großer Abscheu, insbesondere wenn sie dem Missionierungsauftrag widersprechen.

Besonders für Schwarzwasser ist das Sumpffest. An diesem lokalen, einmal jährlich stattfindenden Tag werden im Dunkelmoor unzählige Laternen aufgestellt und entzündet. Entlang eines buntgeschmückten Pfades können nach Einbruch der Dunkelheit in Ruhe die Sumpfpfade begangen und bestaunt werden. Am Ende gibt es sogar eine kleine Auszeichnung aus Sumpfgehölz als Belohnung. Jedes Jahr wird hierfür ein anderes Motiv gewählt.